Wohnhaus
Riehler Straße 53 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4516 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Riehler Straße 53, 50668 Köln |
| Baujahr | um 1906 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.03.1988 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das Wohnhaus wurde um 1906 errichtet. Baukünstlerisch knüpft das o. g. Objekt an die von Haus Nr. 25 beginnende und durch die Kreuzung am Reichensperger Platz weiter reichende einheitlich konzipierte Häuserzeile mit engen und hohen, 4-geschossigen Wohnhäusern, ergänzt durch ein Giebelgeschoß, an. Die Betonung der Mittelachse durch einen drei- bzw. viergeschossigen vorausgezogenen Erkerrisalit mit aufgesetztem Balkon als Übergang zu der Dach- und Giebelzone, verleiht der Straßenreihe eine lebhafte Symmetrie- und Rhythmus-Zusammengehörigkeit.
In Abgrenzung von den schwungvollen Neobarock- und Jugendstilformen der Nachbarhäuser zeichnet sich das letzte von der kontinuierlichen Reihe der Gründerzeitgebäude durch die strenge kubinistische Linienführung aus. Die Quaderunterteilung mit Fugenschnitten trennt das Erdgeschoß von der glatten Putzfassade ab. Die Segmentwölbung der Fenster im 2. Obergeschoß ist nicht weiter verfolgt; der energische waagerechte Schnitt, aufgelockert nur an der obersten Kante des Erkeraufsatzes, bestimmt die Gliederung der Fassade. Statt des üblichen Giebels ist das Gebäude bei der späteren Wiederherstellung durch ein Attikageschoß aufgestockt. Die schönen Linien des Eisengitterbalkons fehlen dabei deutlich, besonders an dem obersten Geschoß.
Im Hausinneren ist die Marmorverkleidung der Vestibülzone durch die monumentale Treppenführung bis in das 3. Obergeschoß weiter verfolgt. Die stilistisch anspruchsvollen Voluten des Eisengittergeländers finden ihren Pendant in der Ornamentierung der Stuckdeckeneinschnitte. Ähnliche Verzierungen sind auch an den Decken der zwei zur Straße orientierten Hauptzimmer an einzelnen Stockwerken zu finden. Im Treppenhaus und an der mit Farbklinker geschmückten Hinterhoffassade sind einzelne Fenster in ursprünglicher Teilung und Durchführung erhalten.
Ortsgeschichtlich ist das Haus Zeugnis der Erstbebauung des Wohngebietes nördlich der alten Stadtgrenzen. Bei der urbanistischen Gründungswelle war die Riehler Straße eine alte, nach Norden führende Landstraße, in das Straßennetz der Neustadt einbezogen. Die nach Plänen von J. Stübben 1881 begonnene und im wesentlichen bis 1914 abgeschlossene im Grunde klassizistische Stadtkonzeption gilt als die bedeutendste ihrer Art am Ende des 19. Jahrhunderts. Zwischen den 119.000 Wohnungen, die in dieser Zeit entstanden sind, befinden sich mehrere mit interessanten Übergangslösungen, von einfunktionellem Wohnraum zum gemischten Geschäfts-, Gewerbe-, Repräsentanz- und Bürohaus für den gehobenen Anspruch.
Städtebaulich ist das o. g. Wohnhaus, wie schon erwähnt, Teil einer zusammengehörenden Fassadenzeile, die das Erscheinungsbild der Riehler Straße prägt. Die wirkungsvolle Front von Gründerzeithäusern begleitet eine von lebhaften Kommunikationsachsen der Nordstadt und vermittelt das Phänomen des Stilumbruchs um die Jahrhundertwende in voll anschaulicher Weise.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0