Wohn- u. Geschäftshaus
Melchiorstraße 13 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4573 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Melchiorstraße 13, 50670 Köln |
| Baujahr | 1898 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 14.04.1988 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das Wohn- und Geschäftshaus wurde 1898 errichtet. Baugeschichtlich gehört das traufständige, vierachsige und viergeschossige Mietshaus mit einer Souterrain-Geschäftszone und Mansardaufbauten zu den ältesten noch erhaltenen Wohnhäusern der Straße. Die Fassade bietet dem Zeitgeschmack entsprechend eine Auswahl aus dem Stilvokabular des Historismus. Die als Spruchfläche genutzten "Fliegenden Bänder", von denen das rechte die Inschrift der Bebauung trägt, deuten die deutsche Renaissance an. Das stark ornamentierte Konsolgesims hebt die oberen Geschosse der regelmäßig quadratisch eingeteilten Putzfassade ab. Die gotische Ornamentik des 1. Obergeschosses wird dabei durch den Barockschmuck des 2. Obergeschosses und schließlich durch die Einfachheit der oberen Zone stark kontrastiert. Jede Fensterreihe ist durch ein besonderes Fensterbankgesims abgeschlossen und eingerahmt. Die risalitartige Vorsprung der rechten Achse mit gekuppelten Fenstern ist nur angedeutet und architektonisch nicht weiter verfolgt. Das auf Konsolen gestützte Kranzgesims schließt den Schmuck der Fassade nach oben ab. Die flachen Dächer mit zustäzlichen Dachaufbauten sind für die Straßengegend typisch.
Im Hausinneren ist das Treppenhausfenster von der 4. zur 5. Etage in Kunststoff ersetzt. Die ursprüngliche Form blieb dabei erhalten. Die Wohnungsabschlußtür sowie zwei Zimmtertüren sind im 3. Obergeschoß noch original erhalten. Der im 3. Obergeschoß noch vorhandene Stuck an den Zimmerdecken ist stark beschädigt, die Decke im Etagenflur ist heruntergezogen worden. Der Terrazzoboden im Hausflur geht in die Steinstufen der Treppe über. Im rückwärtigen Bereich sind die Einfassungsmauern noch erhalten und das Bauensemble, zu dem auch die Nachbarhäuser gehören, einsehbar.
Ortsgeschichtlich ist das Haus ein Zeugnis der Erstbebauung des Wohngebietes nördlich der alten Befestigungen zur Zeit des Aufschwungs um die Jahrhundertwende. Im Zeitraum von 1900 bis 1914 stieg die Bevölkerungszahl Kölns von 367.000 auf 650.000 Einwohner, wobei das größte Wachstum im Gebiet der heutigen Neustadt zu verzeichnen war. 119.000 neue Wohnungen versuchten diesen aktuellen Bedarf zu decken. Während die axial um das Eigelsteintor und parallel zum Ring laufenden Straßen ausschließlich als Wohngebiete für die mittleren bis gehobenen Ansprüche gedacht waren, versorgten die wichtigen Queradern (zu denen neben den in gleicher Richtung laufenden Krefelder- und Neußer Straße auch die Melchiorstraße zählte) die Verkehrskommunikation in und aus dem Stadtzentrum. Der ursprünglich um 1881 von J. Stübben erstellte klasszistische Bebauungsplan des Viertels ist noch heute im Straßennetz ablesbar.
Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als Bestandteil eines Gebäudeensembles mit den Häusern Nr. 11 - 17. Alle Wohneinheiten korrespondieren miteinander in Maß, Proportion und Ausschmückung. Sie bilden eine geschlossene Straßenreihe, die das historische Erscheinungsbild des Wohnviertels bis heute noch voll erlebbar macht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0