Wohn- u. Geschäftshaus

Bonner Straße 34 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4581
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Bonner Straße 34, 50677 Köln
Baujahr1904 bis 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 25.04.1988
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Gebäude wurde 1904/05 errichtet. Baugeschichtlich bedeutend ist das 4-geschossige, 3-achsige Traufenhaus mit rückwärtigem Backstein-Steinhaus auf L-förmigem Grundriß als Beispiel einer Bauweise mit Dekorelementen des stilisierten Jugendstils sowie als großstädtische Variante des sog. Kölner Dreifensterhauses.

Die asymmetrisch gegliederte, im rechten, risalitartig schwach vorgezogenen Teil durch Fugenschnitt und Rauhputz strukturierte Fassade zeichnet sich in den beiden linken Achsen durch einheitliche, die jeweiligen Achsenfenster verbindenden und übergiebelden Dekorbändern mit unterschiedlicher Brüstungszier (stuckierte und bemalte Wappen, kantige Balusterreihen) aus. Die allseits gleich großen, geraden Fensteröffnungen wirken durch das unterschiedliche Dekorprinzip in der rechten Fassadenachse größer, wobei hier noch zusätzlich jedes Fenster durch unterschiedliche Bekrönungen (Stich- und Rundbogenfeld mit beschlagwerkartiger, geometrischer Ornamentik) seine eigene Formwirkung erhält. Unter dem Traufgesims erstreckt sich hier ein geometrischer Abschlußfries. Trotz des veränderten Erdgeschosses verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.

Im Innern des Hauses ist an originalen Ausstattungsteilen noch erhalten: Terrazzotreppe, gedrechseltes, umlaufendes Geländer nebst Antrittspfosten, Terrazzoboden mit Mosaikkanten, Deckenkehlen, Wanstruktur über dem Sockel.

Ortsgeschichtlich ist das o. g. Objekt ein Zeugnis der zwischen 1881 und 1910 durchgeführten einmaligen Erweiterung der Wohngebiete Kölns, die in der zweiten Welle auch das Gebiet der Südstadt erfaßte. Dem spätklassizistischen Städtebau verpflichtet, gliedert Josef Stübben das Gebiet der Neustadt mit einer Reihe von Diagonalstraßen, die insbesondere als Verbindung der vorgegebenen alten Ausfallstraßen der Stadt dienten. Damit wurde die bewußte Bildung von Sternplätzen erreicht, die insbesondere das Bild der Neustadt prägten und noch prägen.

Während die zum Chlodwigplatz und Severinstor führenden Queradern der Verbindung dem Geschäts- und Gesellschaftsleben gewidmet sind, sind die mit dem Stadtkern des Severinstores parallel angelegten Straßenachsen vorwiegend als Wohngebiete für Bürger mit mittleren oder höheren Wohnansprüchen bezeichnend.

Städtebaulich bedeutend ist das o. g. Objekt insbesondere als spiegelbildliches Pendant zu Nr. 32, sowie als Bestandteil eines historischen Bauensembles, das mit den Nachbargebäuden Nr. 28, 36, 38 und 40 das ursprüngiche architektonische Straßenbild in diesem Bereich anschaulich und rekonstruierbar werden läßt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0