Wohnhaus

Am Klausenberg 12 · Brück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4636
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Am Klausenberg 12, 51109 Köln
Baujahr19. Jahrhundert
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 10.06.1988
Stadtteil Brück

Der 1- bis 2-geschossige, ehemalige Backsteinbau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts verkörpert den alten Typ eines Quereinhauses mit Mitteleingang und je einem rechts und links angebauten Wohnraum. Der seitliche Anbau zum Garten hin unter dem abgeschleppten Satteldach stammt aus späterer Zeit. Der Kamin in der Giebelwand zeigt, daß die ursprüngliche Funktion des Mittelteiles als Herdraum bereits aufgegeben wurde, die erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts häufigere Verwendung von Backsteinen für Kleingehöfte unterstreicht und die relativ späte Ausprägung dieser Bauform. Die Fassade ist jetzt verputzt, die Fenster und Haustüre wurden erneuert, ein leicht vorspringender Sockel dürfte ebenfalls spätere Zutat sein. Ein Gewölbekeller unter dem oberen Teil des Hauses ist erkennbar. Eisenere Maueranker lassen auf Querbalken einer Holzdecke schließen, über die - in Erinnerung an alte Fachwerkkonstruktionen - Längsbalken für die Decke aufgelegt wurden. Unter der Traufe läuft ein deutsches Band. Das Satteldach wurde erneuert. Das Innere des Gebäudes war nicht zugänglich.

Brück, an der Mittelterrasse der ehemaligen Grafschaft Berg gelegen, gehörte vom Mittelalter bis weit in die Neuzeit zur Pfarre und Bürgermeisterei Merheim, besaß aber ab 1444 eine eigene Kapelle mit Siechenhaus. Nach einer wirtschaftlichen Blüte während der Reformationszeit, als Gerbereien und Webereien das Einkommen der Landbewohner mehrten, war die nach der Wiedereinführung des Katholizismus durch Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm in Brück verbliebene Bevölkerung wieder auf die Landwirtschaft und die Fischerei in den Feuchtgebieten des Flehbaches angewiesen. Um den Gräfenhof, ehemaliger Besitz der Bergischen Greafen, gruppieren sich eine Reihe kleinerer Höfe, wobei das tieferliegende Land immer wieder von Überschwemmungen heimgesucht wurde, die Fruchtbarkeit der waldigen Mittelterrasse aber eher gering war. Im 19. Jahrhundert war der Ort wegen einiger Ausflugslokale und der Spanndienste am Brücker Berg bekannt, daneben bezog die Bevölkerung auch ihr Einkommen aus der Nutzung der nach Osten sich erstreckenden Wälder. Das o. g. Objekt liegt an der Grenze des Waldgebietes.

Städtebaulich sind die beiden, relativ weit vom Dorfkern und oberhalb des Brücker Mauspfades gelegenen Häuslerstellen Nr. 8 und 12 (Nr. 8 noch backsteinsichtig) Reste einer dörflichen Struktur, die wieder heute von städtischen bzw. vorstädtischen Wohnbauten Brücks umgeben sind. Ursprünglich lagen sie allein am Waldrand, der heute noch außerhalb der Ortslage vom Mauspfad aus sich nach Osten erstreckt, weshalb die Vermutung, es handele sich ursprünglich um Häuser von Waldarbeitern, nicht ganz abwegig sein kann.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0