Wohnhaus

Lindlarer Straße 27 · Brück

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8718
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Lindlarer Straße 27, 51109 Köln
Baujahr1930
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 03.12.2007
Stadtteil Brück

Erbaut um 1930 im Bauhausstil, L-Form, zweigeschossig mit eingeschossigem Anbau, Flachdach, in offener Bauweise; Vorgarten mit Einfriedungsmauer und Geländer.

Straßenfassade: 2 Achsen; zierratlose Putzfassade; im EG in der linken Achse ein sehr schmales dreiteiliges, rechteckiges, liegendes Fenster mit die Horizontale betonender Vergitterung, in der rechten Achse ein größeres dreiteiliges, rechteckiges, liegendes Fenster mit Oberkante auf gleicher Höhe wie linkes Fenster; im OG in der linken Achse ein sehr schmales dreiteiliges dreiflügeliges Fenster, in der rechten Achse ein größeres vierteiliges zweiflügeliges Fenster mit Oberkante auf gleicher Höhe wie linkes Fenster (alle Fenster erneuert, dem Original angeglichen); Hauseingang in der Mitte oberhalb von zwei von einem Mäuerchen seitlich gefassten Blockstufen, mit einem kleinen querrechteckigen Vordach (erneuert) überdachte Haustür mit fünf kleinen, schlitzartigen, liegenden Fenstern (erneuert, dem Original angeglichen); Flachdach mit umlaufendem Dachüberstand; voll unterkellert (zwei ausgebaute Räume und ein Heizungsraum), Treppen Beton, Geländer und Handlauf Holz.

Ostfassade: zweifach abgetreppt, fensterlos.

Westfassade: im EG und OG je ein rechteckiges, stehendes, einflügeliges Fenster (erneuert, dem Original angeglichen); im Bereich des Treppenhauses ein schmales, rechteckiges, stehendes mit drei Horizontalsprossen gegliedertes Buntglasfenster (original); am eingeschossigen Wohnraum im EG ein sehr kleines rechteckiges, stehendes, einflügeliges Fenster (erneuert, dem Original angeglichen).

Gartenfassade: im EG an der Nordseite des eingeschossigen Wohnraums (rechte Achse) ein vierteiliges bodentiefes Fenster mit zwei beweglichen Elementen, in der linken Achse des Hauses ein rechteckiges, stehendes, zweiteiliges Fenster, unterhalb dieses Fensters ein Treppenabgang in den Keller mit schlichtem Eisengeländer; im OG (auf dem Wohnraum) eine Dachterrasse ohne Verdachung mit schlichtem, die Horizontale betonenden Eisengeländer und mit einer Fenstertür (nach Osten); ein rechteckiges, stehendes, zweiteiliges Fenster oberhalb des EG-Fensters in der linken Hausachse (alle Fenster und Türen erneuert, dem Original angeglichen).

Im Inneren original erhalten: Grundriss; einläufige hölzerne Treppe mit Viertelwandlung, mit hölzernem Antrittspfosten, Wangen, Geländer und Handlauf; im EG einflügelige Zimmertüren mit vierfach sprossierten Glasfüllungen und Türdrückern; im OG einflügelige Zimmertüren mit vierfach sprossierten Holzfüllungen und Türdrückern; im OG in zwei Zimmern Einbauschränke mit Holztüren.

Bestandteile des Denkmals sind auch der Vorgarten mit einer verputzten Einfassungsmauer und einem niedrigen Eisengeländer und eiserner Eingangstür (alles original); eine an den rückwärtigen Wohnraum angegliederte Terrasse aus Bruchstein (original), höher angelegt als der Garten.

Das o. g. Objekt Lindlarer Straße 27 erfüllt die Voraussetzungen des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW).

Es ist bedeutend für die Geschichte der Städte und Siedlungen. Seine Erhaltung und Nutzung ist aus ortsgeschichtlichen, städtebaulichen und baugeschichtlichen Gründen im öffentlichen Interesse.

Der Ort Brück geht im Ursprung auf den 1130 erstmals urkundlich erwähnten Gräfenhof zurück, ein ehemaliger Besitz der Bergischen Grafen, um den sich eine Reihe kleinerer Höfe gruppierte. Brück hatte bereits im Mittelalter wirtschaftliche Bedeutung durch hier ansässige Gewerbe der Textilverarbeitung. Auch als Vorspannplatz für Fuhrwerke zur Überwindung der Steigung im Bereich der Geländestufe zwischen Nieder- und Mittelterrasse an der Olpener Straße, der alten Hauptstraße in Ost-West-Richtung, hatte der Ort Tradition. Topographisch bedingt ist sicher auch die Bezeichnung „Brück" für den am Rande eines Bruchs gelegenen Ort, der seinen dörflichen Charakter auch nach der 1914 erfolgten Eingemeindung nach Köln erhalten hat. Die Straße „Am Klausenberg“, die abseits vom Dorfkern östlich vom Brücker Mauspfad abzweigt, führte ursprünglich in das an die Ortschaft angrenzende Waldgebiet.

Das heutige Ortsbild Brücks wird im Kern wesentlich durch die bergischen Häuser an der Olpener Straße geprägt, von Bauten, die von einer landwirtschaftlichen Nutzung herrühren. Um diesen Kern gruppieren sich größere Wohnsiedlungen, insbesondere die Siedlung „Am Klausenberg“ aus den 30er Jahren – die als eine größere Anlage geplant war, jedoch nicht im geplanten Umfang realisiert wurde – und die Siedlung „Handschaft" um die Johanneskirche, Am Schildchen.

Das o. g. Objekt gehört zu der gegen Ende der 1920er Jahre einheitlich konzipierten Siedlung „Am Klausenberg“, die auf dem damals noch nicht bebauten Gemeindeland zwischen Mauspfad, Olpener Straße, Rinderweg und Straßenbahnlinie realisiert wurde. Das Gebiet wurde in großzügige Parzellen aufgeteilt und von der Stadt Köln für den Bau von individuell geplanten, großzügigen zwei- bis zweieinhalbgeschossigen Ein- und Zweifamilienhäusern gekauft. Die Häuser entlang des „Klausenbergs“ und seiner Nebenstraßen, so auch der Lindlarer Straße, wurden im Heimatstil städtischer Prägung sowie im Bauhausstil gebaut und schlossen sich an die älteren Gebäude des Ortskerns an der Olpener Straße an.

Als eines der wenigen in seiner Bausubstanz sowie hinsichtlich der inneren Ausstattung unveränderten Häuser im Bauhausstil dieser Siedlung aber auch als städtebauliches und historisches Dokument der Ortsgesschichte Brücks ist das o. g. Gebäude Lindlarer Straße 27 unverzichtbar. Es ist deshalb unbedingt erhaltenswert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0