Wohnhaus

Ulmenallee 16 · Sürth

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4653
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Ulmenallee 16, 50999 Köln
Baujahrum 1914
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 24.06.1988
Stadtteil Sürth

Das um 1914 vom Architekten Max Stirn errichtete Doppelhaus ist ein wesentlicher Bestandteil der sogenannten Landhauskolonie in Köln-Sürth, die derzeit für die Direktoren der Kühlgerätefabrik Linde gebaut wurde. Der Regierungsbaumeister Stirn wurde in der Fachpresse "als einer der Schöpfer des neuzeitlichen Kölner Baustils" gefeiert, der die Landhausarchitektur in einer schlichten, jedoch zweckvollen Weise weiterentwickelt habe. Das zweistöckige, 2 mal 3-achsige Doppelgebäude wurde für die Besitzer Langen/Fries errichtet und besitzt eine Putzfassade mit Walmdach, das durch Aufschieblinge ein weit überstehendes Dachgesims erhalten hat. Die Vorderfassade ist mit den Klappläden - mit Ausnahme des zugesetzten Balkons vor dem früheren Salon des Haues Nr. 16 - noch original erhalten, die rückseitige Fassade, vor allem des Hauses Nr. 16, wurde erheblich verändert. Die ehemals zum Garten gelegene Küche wurde in den "Salon" verlegt, der ehemalige Küchenraum um die Speisekammer vergrößert und ein großes Fenster zum Garten eingebrochen. Erhalten blieb nur die Holztreppe mit dem schönen, im Heimatstil weich auslaufenden Treppenpfosten. Die klassizistische Überdachung des Hauseinganges ist bei beiden Häusern noch erhalten. Der originale Holzzaun wurde beim Haus Nr. 16 entfernt.

Das Anwesen atmet noch den Geist der reformerischen Architektur, wie sie in Köln durch die im Jahr 1914 durchgeführte Werkbundausstellung dokumentiert wurde. Namen wie Hermann Mutesius, Peter Behrens und Josef Maria Olbrich, die am Anfang der neuen Sachlichkeit stehend, durchaus noch aus der Fülle des fin de siécle schöpften, sind hier in Erinnerung zu bringen.

Die Landhauskolonie wurde als städtebauliches Ensemble konzipiert, wobei die Dreiheit der Doppelhäuser 8 - 10, 12 - 14 und 16 - 18 als bedeutender Teil der Gesamtanlage anzusehen ist. Die sehr bewußte Plazierung innerhalb der Gärten, der Abwechslungsreichtum der Bauformen und Dachgestaltung, die ausgewogene Verteilung der Baumassen und die geschwungene, in einem kleinen Platz auslaufende Führung der Straße sind noch heute - trotz einiger Zubauten nach dem Kriege - erkennbar, so daß jedes Gebäude unverzichtbar ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0