Wohnhaus
Mathildenstraße 22 · Deutz
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4669 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Mathildenstraße 22, 50679 Köln |
| Baujahr | 1870 bis 1880 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 04.07.1988 |
| Stadtteil | Deutz |
Das um 1870/80 erbaute Mietstockwerksgebäude besitzt eine 4-geschossige Klinkerfassade aus Formsteinen, die die Einfassungen der Fenster, die Stockwerksgesimse und das Dachgesims bilden. In der Regel sind die Ornamente in gelbem Klinker in der rotgrundigen Fassade ausgeführt. Die derzeit auch bei Fabriken und Kirchen gebräuchliche Bauweise weist das Objekt als Zweckbau für Wohnraum der arbeitenden Bevölkerung aus, ein tiefreichendes Hinterhaus und ein großer Hof, in dem früher wohl ein Gewerbebau gestanden haben mag, bestätigen diesen Eindruck. Der Tordurchgang erschließt den Hinterhof, der jetzt als Parkraum genutzt wird. Auch das Betontreppenhaus, eine technische Besonderheit um diese Zeit im Wohnungsbau, ist vom Hof her zugänglich. Als einziger Schmuck ist im Hausflur noch der original ornamentierte Fliesenboden erhalten mit reicheren Schmuckmotiven in den Ecken, die ehemalige Stuckierung der Decke im Treppenhaus mit schlichten Leisten wurde weitgehend entfernt. Die Wohnungstüren wurden erneuert.
In Deutz stand bereits in römischer Zeit eine Grenzbefestigung zur Bewachung der Brücke über den Rhein bei Köln. Nach der Eroberung Kölns durch die Franken im 5. Jahrhundert nach Chr. wurde Deutz Sitz eines fränkischen Gaugrafen. Erzbischof Heribert gelang es 1021 mit der Gründung einer nach ihm benannten Abtei, das ehemalige Königsgut zum weltlichen Besitz seiner Erzdiözese zu wandeln, von wo aus er seine Interessen rechts des Rheins zu wahren und zu mehren suchte. Aufgrund der Grenzlage zwischen der Freien Reichsstadt Köln und dem Herzogtum Berg wurden Abtei und die Freiheit häufig zerstört. Erst die Preußen legten nach der Eingliederung der Rheinlande ab 1815 starke Befestigungsanlagen um die Stadt, die allerdings in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Weiterentwicklung von Deutz empfindlich einengten. Daher konnte sich die Stadt erst nach der Entfestigung ab 1907 endlich weiter ausdehnen, nachdem in der Gründerzeit die Altstadt mit Wohnbauten eher für einfachere Bevölkerungskreise intensiv genutzt worden war. Das o. g. Gebäude ist ein Altstadtbau aus dieser Zeit für einfachere Bevölkerungsschichten.
Städtebaulich ist das Objekt Teil der Altstadtbebauung von Deutz, die sich gerade hier in der Mathildenstraße von Nr. 10 bis Nr. 22 relativ geschlossen erhalten hat. Die für einfachen Standard gebauten Häuser erfüllen noch heute die Ansprüche der Bewohner, nicht zuletzt, weil die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung Kölns diesen Standard im hohen Maße wiederspiegelt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0