Wohnhaus

Merowingerstraße 24 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4670
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Merowingerstraße 24, 50677 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 04.07.1988
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Gebäude wurde um 1890 errichtet. Baugeschichtlich bedeutend ist das heute 5-geschossige, 4-achsige Backsteingebäude mit Stuckgliederungen als Beispiel einer Bauweise mit sparsam verwendeten Stilanklängen aus der Neorenaissance.

Die Fassade wird gegliedert durch ein - das in Fugenschnitt strukturierte Hochparterre abschließendes Gurtgesims - weiterhin durch profilierte Fenstersohlbankgesimse, (im 4. OG nicht durchgezogen), sowie ein weit ausladendes Traufgesims mit darunterliegender, sich an den Seiten nach oben verjüngender Putzfläche. Die Fenster, deren originale Teilung nicht mehr erhalten ist, zeigen (im 1. OG) eine eigenwillige und seltene Art der Betonung auf, die dieses Geschoß als sogenannte Belétage ausweist: Zusätzlich zu ihrer Bänderung in Höhe der Kämpfer (1. und 2. OG) sind die Oberlichter der stichbogig gemauerten Fensteröffnungen rechteckig gerahmt.

Die Fensterstürze der oberen Geschosse sind ebenfalls stichbogig und in den Seiten getreppt. Die Mauerflächen zwischen den Fenstern sind doppelt gebändert. Das Dachgeschoß ist weitgehend im Originalzustand erhalten. Trotz des veränderten Souterraingeschosses (heute Erdgeschoß) verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes. Im Innern des Gebäudes ist an originalen Ausstattungsteilen u. a. ein Fliesenfußboden, eine Holztreppe mit gedrechseltem, umlaufenden Geländer nebst Antrittspfosten (beschädigt) erhalten.

Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohn- und Geschäftshaus, da es die Erstbebauung des südlichen Gebietes des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Die Bebauung nach dem von J. Stübben 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen dem Kartäuserwall und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher sozialer Bestimmung entstehen. In der Merowingerstraße entstanden vor allem Wohn- und Geschäftshäuser für Bewohner mit bescheidenen bis mittleren Wohnansprüchen. Vorliegendes Objekt dokumentiert, ebenso wie Haus Nr. 26, die damalige einfache Mietstockwerkbauweise für Arbeiter und Angestellte.

Städtebaulich bedeutend ist das o. g. Objekt als Bestandteil eines Denkmalensembles mit dem stilgleichen Haus Nr. 26 sowie anderen historischen Bauten der nahen Umgebung, das das ehemalige Erscheinungsbild der Straße bewahrt und anschaulich rekonstruierbar macht.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0