Wohnhaus
Voigtelstraße 12 · Braunsfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4675 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Voigtelstraße 12, 50933 Köln |
| Baujahr | 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 05.07.1988 |
| Stadtteil | Braunsfeld |
Das Gebäude wurde 1905 errichtet. Baugeschichtlich weist sich das zu 3 Seiten freistehende, walmgedeckte Gebäude als 2-geschossiger, unregelmäßig komponierter Baukörper mit Giebel- und Kellergeschoß aus. Die plastische Durchgestaltung ist durch 2 Risalite an je einer Fassade erreicht, wobei dem an der Seitenfassade liegenden, das Treppenhaus charakterisierenden, und mit Giebelgeschoß versehenen Risalit noch ein kleiner Anbau mit Kuppeldach angefügt ist. Der Risalit der Schauseite ist nur eingeschossig und mit einem Balkonaufbau versehen. Die linke, hier den Ziergiebel tragende Achse der Fassadenfront ist ab 1. Obergeschoß durch seitliche, pilasterartige Pfeilervorlagen mit vertikalen Einschnitten betont, um den Eindruck eines Vorbaues wie an der Seitenfassade vorzugeben. Das asymmetrische Gliederungsprinzip sowie der variationsreiche Schmuck des Hauses ist dem Jugendstil verpflichtet: breites, ohriges Fenstergerähm mit verschiedenartrig dekorierten Zierkonsolen, Gehänge, üppiger vegetabilischer Dekor in den Fensterbekrönungen, Maskendekor im Giebel, gefächerte Keilsteine sowie mit Blütengehängen geschmückte, balusterartige Balkon- und Fensterbrüstung. Einige Fensterzonen und ein Blendfenster sind in Kammputz strukturiert. Über dem rustiziert stuckierten Kellergeschoß ist das Erdgeschoß in feinen Fugenschnitten strukturiert und vom 1. Obergschoß durch einen breiten Blütenornamentfries absetzt.
Ein breites, profiliertes Traufgesims leitet die, teils mit Biberschwänzen gedeckte (in Teilbereichen veränderte) Dachzone ein. Der seitliche Eingangsbereich mit originaler Tür, Freitreppe in Terrazzo und begleitendem schmiedeisernen Geländer, die Vergitterung der stichbogigen Kellerfenster sowie die bis auf ein Fenster im 1. OG noch originale Fensterteilung, teils mit versetzten Kämpfern, und nicht zuletzt auch die kleine Vorgartenanlage vervollkommnen die ästhetische Einheit der Fassade, die als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes veranschaulicht.
Ortsgeschichtlich bedeutend ist das villenartige Wohnhaus, da es den Ausbau des südlich von der Aachener Straße liegenden Geländes zu einem begehrten Wohnviertel für eine Bevölkerung mit gehobenen Lebensansprüchen dokumentiert. Dieses Gebiet, das direkt an den Stadtwald angrenzt und das während dessen Erweiterung (1910) als Wohnbereich erschlossen wurde und verwaltungsmäßig und historisch ein Teil Braunsfelds ist, knüpft an den gehobenen Charakter von Lindenthal an (anspruchsvolles Wohnen im Grünen).
Städtebaulich ist das o. g. Objekt mit den Bauten Nr. 13 - 15 und 17 - 19 Bestandteil der letzten historischen, vornehmen Wohnbebauung der Voigtelstraße. In Zusammenhang mit dem angrenzenden modernen Bauwerk gesehen, charakterisiert das Haus in seiner an die Villenarchitektur der Gegend angepaßte Mietblockbauweise das ehemalige Erscheinungsbild dieser noch mit altem Baumbestand beidseitig besetzten, gepflasterten Alleestraße.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0