Wohnhaus

Holbeinstraße 41 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4677
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Holbeinstraße 41, 50733 Köln
Baujahr1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 11.07.1988
Stadtteil Nippes

Das Wohnhaus wurde 1890 gebaut. Baukünstlerisch knüpft das 3-geschossige Eckhaus zur Auguststraße an die beidseitig geführte ursprüngliche Wohnachse aus einheitlich gefaßten bescheidenen Dreifensterhäusern an. Das spiegelbildlich mit den Nachbarhäusern (so z. B. Holbeinstr. 43, 45 - 47) konzipierte und in die Länge durchgezogene Bauobjekt mit 3 x 6 Achsen bezeugt die Anpassung der letzten Welle der spätklassizistischen Stilistik an die neuen, durch den massenhaften Wohnungsbau verursachten Bedingungen. Das hohe Erdgeschoß ist symmetrisch mit durchgehenden horizontalen Rauhputzstreifen belegt. An dem doppelgeführten Gesimspaar von Brüstungen schließen sich die im 1. Obergeschoß höheren und im 2. Obergeschoß niedrigeren Segmentbogenfenster an. Die Tympanondreieck-Bekrönung der Fenster der mittleren Achse und Rundbogen-Bekrönung der Eckreihe an dem 1. OG ist im Bezug zur ganzen Fassadenzeile der Straße gedacht. Die glatte Putzfassade des 2. OG, die die plastischen Fugenschnitte des Erdgeschosses und die zarte Bossierung des 1. OG ablöst, ist durch ein kräftiges Kranzgesims abgeschlossen.

Im Foyer befinden sich reich strukturierte Stucktafeln mit Wildflügelmedaillonen, Axanthus- und anderen pflanzlichen Ornamenten und Festons, belebt durch Maskeneinlagen.

Die Holztreppe aus der Erstbebauungszeit ist durch einen hohen Antrittspfosten und Holzgeländer mit gedrechselten Balken begleitet. In den Straßenzimmern am 1. OG sind noch Stuckrahmungen und -verzierungen der Decke erhalten geblieben. Die Hinterfassade ist glatt verputzt mit deutlichen zu folgenden Spuren der späteren Umbauten.

Ortsgeschichtlich ist das o. g. Bauobjekt wichtig, weil es die Erstbebauung des nördlichen Vorortes von Köln belegt. Das ehemalige Bauerndorf vor den Toren der Stadt, berühmt durch sein Korn, seinen Kappes und sein Bier, erlebte in der Mitte der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts den großen Durchbruch als günstiger Industriestandort, verkehrstechnisch erschlossen, mit billigem Bauland und ohne Beeinträchtigung durch vorhandene Bebauungspläne. Nach der Eingemeindung 1888 zog der Bau von neuen Straßen, Schulen Abwasserkanälen und Wasserleitungen auch neue Investoren an. Die Bevölkerungsentwicklung, die im Laufe des 19. Jahrhunderts stagnierte, hat sich im Laufe der 20er Jahre mehr als verdoppelt (1890: 16.210, 1900: 27.054, 1910: 41.162). Die Holbeinstraße ist eine der ersten rasterförmig angelegten Wohnachsen von Nippes, die ihren Charakter als Wegführung bewahrte.

Städtebaulich bewahrt die gerade und kompakte Straßenflucht, wie schon erwähnt, bis zur Ecke der Christian- bzw. Neußer Straße, das deutlich noch ablesbare geschichtliche Erscheinungsbild. Die geschlossene Zeile von Häusern vermittelt so eine wirkungsvolle Front, von Fassaden und Bauobjekten, die die Wahrung und Integration von historischen Überlieferungen und Bautraditionen des 19. Jahrhunderts ermöglichen.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0