Wohnhaus
Holbeinstraße 43 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7313 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Holbeinstraße 43, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1880 bis 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.01.1995 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut um 1880/90, L-förmiger Grundriß, 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, 3 Achsen, Stuckfassade in Anlehnung an Renaissanceformen, Eingang linke Achse mit erneuerter Haustür, Fensteröffnungen im Erdgeschoß segmentbogig, in den Obergeschossen rundbogig, Fenster z.T. original, im Erdgeschoß Rollädenkästen mit originaler Metallverblendung. Rückseite: Backstein, originale Fenster, Hoftür erneuert. Im Innern original erhalten: eingebaute Holztür zwischen Vestibul und Treppenhaus mit rundbogigem, sprossengeteiltem Oberlichtfenster, Holztreppe mit Antrittspfosten und Geländer, z.T. originale Wohnungseingangstüren. Im Innern Holzdielenböden. Gewölbekeller.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten ehemaligen Bauerndorf Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rasch anwachsender Arbeiterbevölkerung. Im Gebiet nordöstlich der Kempener Straße und bis zum Inneren Grüngürtel entstanden rund um die Mauenheimer- und Florastraße neue Wohngebiete, deren Bauten aufgrund des gestiegenen Bedarfs an Wohnraum fast gänzlich als Miethäuser erscheinen. Im wesentlichen prägen um die Jahrhundertwende errichtete zwei- bis dreigeschossige, oft drei Fenster breite Wohnhäuser in Backstein und mit sparsamen Dekorationsformen, und bis ins frühe 20. Jahrhundert geschaffene drei- bis viergeschossige Bauten mit teilweise reich dekorierten Fassaden in Stuckarchitektur den Stadtteil. Die Holbeinstraße ist eine der ersten rasterförmig angelegten Wohnstraßen von Nippes, die ihr charakteristisches Erscheinungsbild mit einheitlich gefaßten, bescheidenen Dreifensterhäusern weitgehend bewahrt hat. Das Haus Holbeinstraße 43 ist Teil der geschlossenen Bebauung mit Gebäuden, die gleiche Proportionen, Traufhöhen und Fassadenachsen aufweisen; es vermittelt wirkungsvoll einen Aspekt der Baukultur des 19. Jahrhunderts im Stadtteil Nippes (sparsame Dekorationsformen: im Erdgeschoß bossenquaderimitierende waagrechte Gliederung, 1. Obergeschoß Fugenschnitt, Stockwerkgesimse, durchlaufende Sohlbänke in den Obergeschossen, reich profiliertes Dachgesims, Betonung der Mittelachse durch waagrechte Verdachung im Obergeschoß). Das Gebäude Nr. 43 ist unverzichtbarer Bestandteil dieses, für die frühe Wohnbebauung des Industrieortes Nippes charakteristischen, in seltener Vollständigkeit erhalten gebliebenen Zusammenhangs.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0