Wohnhaus
Palmstraße 32 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4720 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Palmstraße 32, 50672 Köln |
| Baujahr | 1883 bis 1884 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 28.10.1988 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
1883/84 errichtetes viergeschossiges, dreiachsiges Wohnhaus mit Ziergiebel über der mittleren Achse. Reiche Stuckfassade mit Werksteingliederungen in neogotischen Formen. Phantasievolle Stuckkaturen besonders im Bereich der Brüstungs- und Sturzzonen der rechteckigen und segmentbogigen Fenster. Von Gesimsen gerahmte Brüstungsfelder, L-förmiger Hausgrundriß.
Im Innern: Holztreppe mit gedrechselten Geländerstäben und Antrittspfosten. Holzlattenboden und Stuckdecken in den straßenwärtigen Räumen. Rückfassade mit mehrfarbigem Backstein.
Ortsgeschichtlich ist das o. g. Bauobjekt ein bedeutendes Zeugnis der Kölner Neustadt. Im Zeitalter der Industrialisierung erlebte Köln einen industriellen Aufschwung. Die Dichte der Bevölkerung nahm sprunghaft zu. Die notwendige Erweiterung der Stadt geschah 1880 mit der Gründung der Neustadt auf dem Gelände der niedergelegten, mittelalterlichen Befestigungen nach Plänen des Stadtbaumeisters Josef Stübben. Die beidseitig bebaute Palmstraße stellt eine kurze Verbindungsachse zwischen dem Ring und Friesenwall dar. Sie ist mit hochdekorierten Fassaden der Wohnhäuser, die den unmittelbaren Einfluß der Prachtbauten des Kölner Rings auf die Nebenstraßen bezeugen, besetzt. Das Neustadt-Ensemble wurde im 2. Weltkrieg stark beschädigt. Das Haus Nr. 32 gehört zum Restbestand der Erstbebauungsbelege der Palmstraße, die nach Festlegung der Fluchtlinienpläne 1882 systematisch ausgebaut war.
Städtebaulich bildet das Gebäude mit seinen Nachbarhäusern Nr. 34 und 36, sowie den gegenüberliegenden Häusern Nr. 39 und 41, ein geschlossenes stilistisches Altbau-Ensemble aus der Gründerzeit. Die erstaunliche Vielfalt von Ausdrucksformen sorgt für die Wahrung und Integration von historischen Überlieferungen und ermöglicht es, das Erscheinungsbild des Kölner Historismus noch heute rekonstruierbar und erlebbar zu machen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0