Wohnhaus

Palmstraße 41 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2448
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Palmstraße 41, 50672 Köln
Baujahr1883 bis 1884
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 05.06.1984
Stadtteil Altstadt/Nord

Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstadt die vierte Stadterweiterung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden. Der Geländestreifen zwischen den Wallstraßen und den heutigen Ringen wurde nach dem Abbruch der Stadtmauer und der Planierung des die Stadt an der Innenseite stützenden Walls und des Stadtgrabens im Jahre 1881 und in den unmittelbar nachfolgenden Jahren bebaut. Der in diesem Bereich liegende westliche Teil der die Straße Friesenwall kreuzenden Palmstraße wurde daher von dem Wettbewerbsbereich für die Neustadtplanung erfaßt. Die vorhandene Trassenführung am inneren Rande des Altstadtbereichs wurde übernommen und geradlinig mit dem neu angelegten Hohenzollernring verbunden. Die Einmündung liegt gegenüber der Erweiterung und Sternplatz des Hohenzollernrings als Teil der städtebaulichen Leitstruktur der Ehrenstraße-Maastrichter Straße-Brüsseler Platz mit der Kirche St. Michael.

Das Gebäue Palmstraße 41 wurde zwischen 1883 und 1884 als viergeschossiges, fünfachsiges Wohnhaus mit einer Stuckfassade errichtet. Die tiefen Fugen auf den Vorderseiten der Brandmauer ergeben seitlich begrenzende scharfe Kanten, um welche die Hauptgesimse der Fassade - das Stockwerkgesims des EG und des 1. OG, das Fensterbankgesims am 3. OG und das Traufgesims - herumgekröpft sind. Die Fassade besteht aus dem EG als Unterbau und der architektonischen Einheit der oberen Geschosse. Die lasttragende Funktion des EG bringt das ausladende, im oberen Teil am weitesten vorspringende Profil des Stockwerkgesims über dem EG zum Ausdruck. Die dicht zueinandergerückten horizontalen Reihen der Überdachungen und Fensterbankgesimse, die am 3. OG mit Überdachungen und Traufgesims die Fassade oberhalb abschließen, unterteilen das obere Fassadenfeld in von Geschoß zu Geschoß niedrigere Geschoßhöhen mit entsprechend niedrigeren Höhen der Fensteröffnungen. Die seitlichen Gewände der Fensterreihen des 1. und 2. OG verbinden je zwei flache Bänder miteinander, denen an den Fensterumrahmungen Diamantwürfel aufsitzen. Die der Tradition des Kölner Klassizismus verbundene Architektur schmücken in ausgewogenen Maßverhältnissen stehende Gliederungen, deren Formgebung aus der Renaissance, dem Repräsentationsbedürfnis der Zeit entsprechend, in neuem Formempfinden übersetzt wurde. Die Überdachungen am 1. und 2. OG nehmen durch zunehmende Kragweite Bezug auf das am weitesten ausladende, die Fassade überdachende Dachgesims. Die Lage des Hauseingangs in der Mittelachse, die Dreieckübergiebelung des Mittelfensters am 1. OG der abwechselnd flachbogigen und dreieckförmigen Übergiebelungsreihe und die mittig gesetzte Dachgaube weisen auf die Spiegelbildlichkeit der Fassade und die Mittellage der Symmetrieachse hin. Die gerade, zweiläufige Treppe des Treppenhauses mit gegenläufigem Richtungswechsel und deren Geländer mit Handlauf bestehen aus Holz. Die gedrechselten Geländerpfosten am Antritt der OGs tragen hängende Zapfen unterhalb der Treppenwangen. Die beiden unteren Fenster des Treppenhauses sind in originalem Zustand erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0