Wohnhaus

Rolandstraße 95 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4741
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Rolandstraße 95, 50677 Köln
Baujahrum 1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 22.11.1988
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut um 1895, 4 Geschosse, 3 Achsen, Giebelgeschoß, 2 Mittelbalkone, gelbe Backsteinfassade mit Stuckgliederungen, symmetrische Komposition; Stilanklänge aus Renaissance und Barock; originale Fenster im Erdgeschoß und 1. Obergeschoß sowie schmiedeeiserne Kellergitter, 2 originale Dachgauben, Entfernung des Stucks am Giebel in den 70er Jahren, Haustür erneuert (Alu). Rückfront in rotem Backstein mit gelben Gliederungen, schmiedeeiserne Balkongeländer, historische Fenstergliederung.

Innenausstattung: Im Entrée Differenzstufen aus Basalt, farbiger Fliesenfußboden, Wandkassettierung mit Kreisvorlagen, zweiflügelige Wohnungstürabschlüsse mit Oberlicht (vollständig), Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten.

Baugeschichtlich bedeutend ist das 4-geschossige, 3-achsige Traufenhaus mit Giebelgeschoß und Balkonen als Beispiel einer Bauweise mit Stilanklängen aus dem reichen Formenrepertoire der Renaissance.

Die symmetrisch konzipierte Fassade wird horizontal gegliedert durch ein Stockwerk-, ein Fenstersohlbank- sowie ein breites Traufengesims mit Konsolen und Ornamentfries, wobei die Gesimse jeweils die unterschiedliche Fassadenstrukturierung, bzw. Materialverwendung abschließen. Das Erdgeschoß, in feinem Fugenschnitt strukturiert, der sich in den rundbogigen Fenstern als keilförmiges Fugenmauerwerk abwinkelt (mit Keilsteinbetonung), veranschaulicht in seiner horizontalen Struktur die Bodennähe und lasttragende Funktion des Fassadenunterbaus. Der Mittelteil in gelbem Backstein greift die Stuckierung des unteren und oberen Teiles in seinen dreieckförmigen und geraden Fensterverdachungen (mit Konsolen) auf, vor allem auch in der Gestaltung der von maskenbeschmückten Konsolen getragenen Balkone der Mittelachse, die gleichzeitig auch ein vertikales Gegengewicht zu der Horizontalgliederung bilden. Die 3-teiligen Fenstertüren dieser Balkone sind von ornamentierten Pfeilervorlagen sowie Atlanten gerähmt und im 2. Obergeschoß mit einer geraden Gesimsbekrönung mit Klotzfries und Kreisdekor abgeschlossen. Im 4. Obergeschoß ist die Mittelachse zu 2 Achsen ausgeformt, wobei hier bei gleichem Achsenabstand die vertikal gelegten Zwischenfelder mit barockisiertem Dekor besetzt sind.

Ein kleiner Giebel mit Rundbogen, flankiert von 2 Dachgauben mit Dreieckbekrönung, belebt die Dachzone. Die im Erdgeschoß und 1. Obergeschoß noch originalen Fenster mit Schnitzwerk (die übrigen sind in der Teilung weitgehend angepaßt), die schmiedeeisernen Gitter vor den Kelleröffnungen sowie auch der Dachbereich vervollkommnen die ästhetische Einheit der Fassade, die als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes veranschaulicht.

Die rote ziegelsichtige Rückfront des Hauses weist schmiedeeiserne Balkonbrüstungen, gelbe Läuferschichten, alternierend gemauerte Fensterstürze, ein Konsoltraufgesims sowie z. T. historische Fensterteilung auf.

Im Inneren des Hauses ist an originalen Ausstattungsteilen u. a. noch erhalten: Im Entrée Differenzstufen aus Basalt, farbiger Fliesenfußboden (bis zum Kellerbereich), Wandkassettierung mit Kreisvorlagen, zweiflügelige Wohnungstürabschlüsse mit Oberlicht (vollständig), Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten.

Ortsgeschichtlich ist das Wohnhaus ein Zeugnis der zwischen 1881 und 1910 durchgeführten einmaligen Erweiterung der Wohngebiete Kölns, die in der zweiten Welle auch das Gebiet der Südstadt erfaßte. Der sog. Bonner Platz, der die überragende räumliche Wirkung des Chlodwigplatzes nachklingen läßt, erschließt die Umgebung der südlichen Neustadt sternförmig in sechs Richtungen. Während die zum Chlodwigplatz und Severinstor führenden Queradern der Verbindung dem Geschäfts- und Gesellschaftsleben gewidmet sind, sind die mit dem Stadtkern des Severinstores parallel angelegten Straßenachsen vorwiegend als Wohngebiete für Bürger mit mittleren oder höheren Wohnansprüchen bezeichnend. Die breite Lagerung des Straßenraumes der Rolandstraße und die zweiteilige Baumallee auf erhöhtem Mittelstreifen unterstreichen das hohe architektonische Niveau der vier- bis fünfgeschossigen Bauten.

Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als Bestandteil eines Gebäudeensembles (mit den Häusern Nr. 81, 83, 97, 101, 103 und 105), das das ehemalige Erscheinungsbild der Rolandstraße anschaulich und rekonstruierbar macht.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0