Hofanlage Gut Iddelshof
Neufelder Straße 51 · Holweide
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4764 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Hofanlage Gut Iddelshof |
| Adresse | Neufelder Straße 51, 51067 Köln |
| Baujahr | 2. Hälfte 18. Jahrhundert |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.12.1988 |
| Stadtteil | Holweide |
Erbaut 2. Hälfte 18. Jahrhundert, geschlossene Hofanlage in Backstein (heute verputzt). Herrenhaus: 2 Geschosse, 5 Achsen, Schopfwalmdach, Mitteleingang mit originaler Hustür, Werksteinrahmungen, Sprossenfenster, Maueranker. Im Inneren: (EG) originale Ausstattung, Holztreppenhaus, Raumtäfelungen bis Brüstungshöhe, Kölner Decken, teilweis originale Ofennischen, Andachtsnische, Türen; (OG) Schlafräume mit Kölner Decken. Gewölbekeller. Stallgebäude mit Satteldächern; Scheune inschr. 1905; 1. Tordurchfahrt mit Kölner Wappen, 2. mit Eisentor. Breiter Wassergraben am Wohnhaus; Hausgarten.
Das Wohnhaus ist ein breitgelagerter zweigeschossiger Backsteinbau von 5 Achsen mit Mitteleingang und Schopfwalmdach. An den Giebelseiten sind je Geschoß 3 Fenster angeordnet. Alle Fenster sind von einem leicht profilierten Werksteinrahmen eingefaßt; die Klappläden, deren Verankerungen vorhanden sind, fehlen allerdings. Die Eichenhaustüre ist wahrscheinlich original, die Sprossenfenster stammen aus dem 19. Jahrhundert. Die Fassade ist verputzt und weiß geschlämmt. Es sind S-förmige Maueranker auch an den Giebelseiten sichtbar. Nach Osten hin fügt sich ein eingeschossiges Nebengebäude an (derzeit mit Flachdach), rechtwinklig dazu verlaufen zu beiden Seiten des großräumigen Hofes die eingeschossigen Stallungen mit Satteldach, ebenfalls weiß verputzt, mit mehreren Dachluken zur Aufnahme von Stroh für das Vieh. Eigenartigerweise ist die Scheune von 1905 in Fachwerkkonstruktion errichtet. Die von einigen Bäumen umstandene Miste liegt noch im Inneren des Hofgeviertes.
Der Hof ist von zwei Seiten her zugänglich, einmal durch einen Torbogen zwischen den Nebengebäuden von Westen her, wo auch ein Stadtwappen der Stadt Köln angebracht ist. Ein weiterer Zugang befindet sich durch ein schönes Gittertor vom Norden aus der Richtung des Strunder Baches.
Das Innere des Wohnhauses besitzt noch die originale Ausstattung, wobei besonders die eine prachtvolle barocke Treppe aus Eichenholz, die Seitenwangen gelb gefaßt, schützenswert ist. Der Flur und fast alle Räume des Erdgeschosses sind brüstungshoch getäfelt, die spätbarocken massiven Rahmentüren mit weitgehend originalen Bandbeschlägen blieben erhalten. Im gesamten Erdgeschoß spannen sich in Querrichtung einfache Kölner Decken, die Kopfenden in der Regel ausgerundet. Einige Räume wie z. B. der westliche Hofraum und der nördliche Gartenraum besitzen noch originale Ofennischen bzw. Kamingewände.
Der Gebäudegrundriß ähnelt dem barocker Bauernhäuser im Rheinischen, d. h. an einem mittigen, vom Hof bis zum Garten quer durchlaufenden Flur liegen jeweils rechts und links die Räume, wobei nach Westen der große Saal, das Büro und ein kleineres Hofzimmer angeordnet sind. Im wohl älteren Ostteil findet sich die Küche und das sogenannte Besuchszimmer. Von der Küche wurde in der Neuzeit ein Bad abgeteilt. In einer Nische oberhalb der Flurwand ist eine Madonna als Andachtsbild aufgestellt. Bemerkenswert ist hier eine runde Abmauerung zum Flur hin.
Im Obergeschoß befinden sich die Schlafräume, ebenfalls überwiegend mit originalen Türen und einfacheren Kölner Decken ausgestattet. Nur das Schlafzimmer des Bauern wird deutlich hervorgehoben.
Im Dach mit weit gespanntem liegenden Dachstuhl liegen zwei Geschosse übereinander; das obere zeigt zwischen den Pfetten gekreuzte Eichenstreben in zimmermannsmäßiger Arbeit aus gut erhaltenem Eichenholz.
Die unterschiedlichen Höhen und das wohl unterschiedliche Alter der backstein-überwölbten Keller wurde bereits erwähnt. Der Boden ist hier teilweise mit Steinplatten abgedeckt. Spätere Abmauerungen sind deutlich erkennbar.
Der Stadtteil Holweide ist aus einer Zusammenfassung mehrerer Dörfer entstanden, die bis 1914 zur Bürgermeisterei Merheim gehörten. Die Dörfer und Herrensitze liegen überwiegend am Strundener Bach, der parallel zu der Anfang des 19. Jahrhunderts gebauten Bergisch Gladbacher Straße den Stadtteil von Osten nach Westen durchläuft. Das ehemals Bergische Gebiet prägen längs des Baches zahlreiche Mühlen; aber auch einige Herrensitze, vor allem die Isenburg, bestimmen das Weichbild. Die Zuständigkeit zur Merheimer Pfarre wurde erst 1909 aufgehoben. Der dörfliche bzw. kleinstädtische Charakter des Ortrsteiles ist teilweise bis heute erhalten geblieben. Dorfstrukturen finden sich vor allem im Bereich der alten Dorfkerne von Schnellweide, Turn und Strunden. Das o. g. Objekt ist eines der ältesten großen Hofgüter des Ortes.
Das Gut wurde erstmals im Jahre 1222 als Rittersitz durch Cäsarius von Heisterbach erwähnt. Die Besitzer waren geborene Bach- und Waldgrafen. Im 14. Jahrhundert sind die Familie von Schönrath, vom 15. bis 17. Jahrhundert des Geschlecht von Quadt zu Buschfeld Eigentümer des Gutes. Nach den Droste-Verschering im 17. Jahrhundert wird mit Caspar Düppers 1784 erstmals ein Bürgerlicher - noch vor der französischen Revolution - als Eigentümer genannt, dem bis 1913, dem Datum des Erwerbs des Gutes durch die Stadt Köln, weitere bürgerliche Eigentümer folgen. Iddelsfeld galt in dieser Zeit nicht mehr als "landtagsfähig". 1962 erwarb das Haus Th. Lützeler von der Stadt Köln - die Familie saß vorher auf dem derzeit abgebrochenen Daufhof in Holweide.
Die in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts, evtl. vom oben erwähnten Caspar Düppers (1742 - 1826) erbaute bzw. umgebaute Hofanlage besitzt - wie es im Kölner Raum nur noch sehr selten anzutreffen ist - nicht nur ein spätbarockes Hauptgebäude, sondern auch - als seitliche Begrenzung des Hofgeviertes - aus dieser Zeit stammende Nebengebäude bzw. Stallungen. Nur die in Fachwerk erstellte Scheune stammt ausweislich der außen angebrachten Jahreszahl von 105, wurde also gleichzeitig mit dem benachbarten Mühlengebäude am Strunder Bach errichtet. Zweifellos war die mittelalterliche Hofanlage vollständig von Wasser umgeben - heute zieht sich der breite Graben nur noch auf der Südseite U-förmig hin, einer weiten Wiesenfläche vor dem Wohnhaus Raum lassend. Da die östlichen Nebengebäude den Graben zum Strunder Bach hin absperren, ist es anzunehmen, daß beim Bau dieser Gebäude der nördliche Teil des Ringgrabens zugeschüttet wurde. Es erscheint daher nicht ausgeschlossen, daß früher die wohl in Fachwerk gefügten Stallungen südlich des Haupthauses lagen, wodurch die unverhältnismäßig große Freifläche sich hier erklärt.
Das Herrenhaus scheint nach flüchtiger Untersuchung auf den Fundamenten eines Vorbaues zu stehen, da die östlichen Teile der vollständigen Unterkellerung des Hauses älter und niedriger als die südlichen sind. Die Anordnung der Kellertreppe und die Verschiedenartigkeit der Kölner Decken im Wohnhaus bestätigen dies.
Von dem wahrscheinlichen Erbauer des Hofes, Caspar Düppers, der einer der Initiatoren und Förderer des Baues der neuen Merheimer Kirche war, werden in den Chroniken umfangreiche Spenden an die Merheimer Kirche überliefert. Es wird als Förderer der Merheimer Kirche sowohl bei ihrer Renovierung im Jahre 1783 genannt, als auch bei ihrem Neubau im Jahre 1820. Seine Aktivität bezog sich auch auf die Wahrung der Wasserrechte am Strunder Bach, wie die Bachprotokolle von 1773 und 1823 auswiesen; letzteres unterzeichnet u. a. von C. J. Bertoldy und Jacob Ringen (auf Haus Herl) sowie dem ehemaligen Bürgermeister von Merheim, Bernhard Abtshoff.
Die Wasserrechte gehören noch heute zum Hof und dienten dem Betrieb der Mühle sowie von landwirtschlaftlichen Maschinen, die noch heute an der Vorrichtung beim ehemaligen Stallgebäude zu sehen ist.
Der Hof liegt derzeit noch in einem überwiegend landwirtschaftlich genutzten Freigelände, allerdings wird Landwirtschaft seit langem nicht mehr vom Hof aus betrieben. Der Strunder Bach mit seiner Iddelsfelder Mühle, der breite Wassergraben mit Baumbestand, die Wiesen und der Zugangsweg bilden eine dörfliche Einheit, deren landschaftlicher Charakter unbedingt zu schützen ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0