Wohnhaus

Eisenachstraße 16 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_5639
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Eisenachstraße 16, 50733 Köln
Baujahr1903
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 06.08.1990
Stadtteil Nippes

Erbaut 1903 (inschriftlich datiert). 2 Geschosse, 3 Achsen, Zwerchhaus mit hohem, über annähernd der ganzen Hausbreite aufgeführtem Treppengiebel; ein weiterer hoher Treppengiebel an der Seitenfront des links freistehenden Hauses. Zweifarbige Backsteinfassade mit dekorativen Putzfeldern, neue Fenster; an der Seitenfront originale Haustür mit schmiedeeisernem Fenstergitter (darain die inschriftliche Datierung) und farbige Verglasung. Rückseitige Fassade (mit Balkon) gestrichen, neue Fenster; neue Anbau; kleiner Garten. Im Innern original erhalten: mehrfarbiger Fliesenboden, Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten.

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten ehemaligen Bauerndorf Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rapide zunehmender Bevölkerung (Einwohnerzahl 1855: 496, 1875: 7.728, 1890: 16.210). Eine Folge dieses Bevölkerungswachstums war steigende Wohnungsnot der Arbeiterfamilien. Um hier Abhilfe zu schaffen, gründeten 1895 mittelständische Honoratioren aus dem Umkreis der christlichen Arbeiterbewegung die "Köln-Nippeser Spar- und Baugenossenschaft". Deren Ziel war aber nicht bloß die Herstellung von billigem Wohnraum, sondern es sollten Arbeiter durch den Erwerb von Grundeigentum in Gesellschaft und Staat integriert werden. So entstanden im Auftrag der Genossenschaft 1896 an der Niehler Straße, 1898 an der Nievenheimer Straße (heute Bilderstöckchen) und 1903-1905 an der damals neu angelegten Eisenachstraße wie seit etwa 1910 an dem benachbarten Wartburgplatz insgesamt ca. 130 Zweifamilienhäuser, jedes gedacht für eine Kaufanwärter-Familie und deren Mieter. Weitgehend erhalten geblieben, zeigt die Siedlung Eisenachstraße noch heute das charakteristische Erscheinungsbild eines in Opposition gegen die zeitgenössische "Mietskaserne" entworfenen Komplexes von Eigenheimen mit Vorgärten. Die im sog. Heimatstil - in Anknüpfung an die niederdeutsche Backstein-Architektur - errichteten Reihenhäuser, auf der linken Straßenseite in annähernd geschlossener Zeile erhalten, haben bei aller Ähnlichkeit jedes eine nach Formen und Materialverwendung individuell gestaltete Fassade (heute teilweise verändert), so daß die Siedlung insgesamt etwas vom malerischen Charakter frühneuzeitlicher Straßenzüge hat.

Das o. g. Objekt, das mit seinen markanten Treppengiebeln in der Tradition mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Giebelhäuser steht und dessen Fassade mit den Rundbögen ihrer Putzflächen und hohen Fensteröffnungen eine besonders großzügige und kraftvolle Gestaltung erhielt, ist ein unverzichtbarer Bestandteil der insgesamt sozialgeschichtlich, städtebaulich und künstlerisch bedeutsamen Siedlung an der Eisenachstraße.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0