Wohnhaus
Glasstraße 73 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_5810 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Glasstraße 73, 50823 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 04.12.1990 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Um 1905 erbaut. 3 Geschosse, 3 Achsen, Satteldach mit zwei Gauben. Jugendstil-Stuckfassade, im EG in Fugenschnitt. Haustür original, Fenster verändert.
Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Der Vorort Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung.
Die Glasstraße, an der sich das o.g. Objekt befindet, erinnert mit ihrem Namen an die ehemalige Ehrenfelder Glashütte – der einzigen ihrer Art in Köln und Umgebung -, die 1864 von Philipp Michel eingerichtet und 1927 stillgelegt wurde. Der ab 1875 parallel zur Eisenbahn angelegte Straßenzug wird vorwiegend geprägt durch dreigeschossige und dreiachsige Gebäude, die mitunter symmetrisch aufeinander bezogen sind.
Das Haus Nr. 73 gehört auf dieser Straßenseite, die durch die Kriegseinwirkungen stärker in Mitleidenschaft gezogen wurde als die gegenüberliegende, zu den wenigen qualitätvollen Zeugnissen der historischen Bebauung. Ebenso wie die Häuser Nr. 17 und Nr. 21 besitzt es eine im Jugendstil gestaltete Fassade, die sich von den übrigen, weitgehend im Renaissancestil dekorierten Gebäuden mit ihrer schlichten, aber doch markanten Stuckatur absetzt. Diese Orientierung an den im „vornehmeren“ benachbarten Stadtteil Neuehrenfeld vorherrschenden Formen weis u.a. auf das gesteigerte Repräsentationsbedürfnis der damaligen Bewohner und auf ihrer wachsenden Ansprüche hin. Auch als Beispiel für die Gestaltungsvielfalt der Ehrenfelder Wohnbebauung im frühen 20. Jahrhundert und für ihre spezifische Ausprägung wird das Gebäude somit zum unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0