Wohnhaus
Beethovenstraße 12 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6047 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Beethovenstraße 12, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.05.1991 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Um 1890 erbaut. 4 Geschosse, Souterrain, 4 Achsen, Dachform verändert; Tordurchfahrt. Stuckfassade im Stil des Historismus; in der rechten Außenachse zweigeschossiger Erker mit aufgesetztem Balkon (orig. Gitter). Souterrain und Hochparterre mit geglätteter Fassade, neueres Tor, Haustür und Fenster verändert. Rückseite und seitlicher Anbau mit zweifarbiger Backsteinfassade, Fenster verändert. Im Innern original erhalten: vom Hauseingang bis zur Hoftür Marmorboden, Marmortreppe, schmiedeeisernes Geländer mit Holzhandlauf, unter den Treppenaufgängen und über den Zwischenpodesten Stuckprofile, über den Treppenabsätzen vor den Wohnungseingängen außerdem Mittelrosetten; im gesamten Treppenhaus Profilleiste auf etwa halber Wandhöhe.
Die von Josef Stübben geplante und ab 1881 ausgeführte Stadterweiterung von Köln gehört zu den bedeutendsten und umfassendsten städtebaulichen Leistungen des späten 19. Jahrhunderts in Deutschland. Die halbkreisförmig um die Altstadt gelegte Neustadt wurde in verschiedene Wohnviertel eingeteilt. Westlich, zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße, entwickelte sich das sog. "Westend", das durch den Stadtgarten und verschiedene begrünte Platzanlagen alle Voraussetzungen für ein gutbürgerliches Wohnviertel bot. Die Beethovenstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, erstreckt sich in diesem Bereich vom Hohenstaufenring bis zur Roonstraße und wurde im wesentlichen um 1890 bebaut. Das Gebäude gehört zu den wenigen noch vorhandenen Zeugnissen der Erstbebauung, die Aufschluß geben können über das ehemals abwechslungsreiche Straßenbild im Wohnbereich um die Synagoge. Mit der noch teilweise erhaltenen qualitätvollen Innenausstattung - hier ist besonders das Marmortreppenhaus hervorzuheben - belegt es die Ansprüche und das Repräsentationsbedürfnis der damaligen Bewohner. Trotz der nicht mehr ganz im Originalzustand befindlichen Fassade wird es zu einem unverzichtbaren Dokument für die aufwendiger gestaltete Neustadtarchitektur des späten 19. Jahrhunderts, von der gerade hier an der Peripherie der Ringstraße nur wenige Reste die Kriegszerstörung überdauert haben.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0