Wohnhaus
Beethovenstraße 21 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6449 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Beethovenstraße 21, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.04.1992 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Erbaut um 1890, 4 Geschosse, Souterrain, Attikageschoß, 3 Achsen, 3 durch Säulen u. Pilaster miteinander verbundene Balkone in der Mittelachse (1.-3. OG), Putzfassade mit Stuckgliederungen im Stil der Neurenaissance, Fenster und Balkontüren in Originalteilung erneuert, Haustür und Tür im Souterrain verändert. Rückseite und seitlicher Anbau in zweifarbigem Backstein, Loggien (originales Brüstungsgitter), Fenster und Loggientüren weitgehend original. Im Innern original erhalten: im Vestibül größtenteils Marmorboden und -treppe; im Flur Marmorboden, Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten, weitgehend Holzprofilleiste auf halber Wandhöhe, einige Wohnungseingangstüren; in den Wohnungen einige Zimmertüren. Nicht Bestandteil des Denkmals ist der 1geschossige Anbau mit Flachdach im Hinterhof.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße das sogenannte "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Die als Alleestraße angelegte Beethovenstraße, die vom Hohenstaufenring aus auf den Rathenauplatz - ehemals Königsplatz - zuläuft, wurde im wesentlichen um 1890 bebaut. Das Haus Nr. 21 gehört zu den wenigen hier noch erhaltenen Zeugnissen dieser Erstbebauung. Ähnlich wie beim Haus Nr. 1, dominieren auch bei der Fassadengestaltung des o. g. Objekts drei durch Säulen und Pilaster optisch zusammengefaßte Balkone in der Mittelachse. Die Balustraden untergliedern dabei sehr filigran die im Stil der Neurenaissance gehaltene Fassade, deren repräsentativer Charakter noch heute Aufschlüsse über die gehobenen Ansprüche seiner einstigen Bewohner gibt. Das o. g. Gebäude, das die ursprüngliche Maßstäblichkeit der Bebauung und als eines der letzten das historische Erscheinungsbild an der Beethovenstraße bewahrt, wird somit zum unverzichtbaren Dokument der Gründerzeitarchitektur in der Kölner Neustadt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0