Wohnhaus
Custodisstraße 2 · Deutz
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6152 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Custodisstraße 2, 50679 Köln |
| Baujahr | 1927 |
| Architekt / Planung | Josef Kögel |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 21.08.1991 |
| Stadtteil | Deutz |
1927 erbaut; Architekt Josef Kögl, Teil einer 3geschossigen Wohnbauanlage, Eckhaus zur Alarichstraße, Putzfassade mit Gliederungen, Erker, Figur des Hl. Heribert an Hausecke mit neuer Vergitterung. Haustür mit schmiedeeiserner Vergitterung und Handwerkssymbolik (Hobel, Fuchsschwanz, Winkel, Zange, Hammer, Spießkelle, Maurerhammer, Zirkel, Dreieck) original, an schrägem Putzgewände Blumenornamentik sowie Zirkel und Dreieck; Fenster nach hist. Vorbild erneuert.
Im Innern original erhalten: im Flur Terrazzoboden und -treppe mit Holzgeländer, Wandfliesen (EG), Wohnungseingangstüren mit Oberlichtern (z. T. orig. Verglasung), Zimmertüren, Speisekammern, Spind.
Rückseite: Putzfassade, Loggien, Balkone (z. T. nachträglich überdacht), Fenster erneuert (Gliederung verändert), orig. Hoftür.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Das 1927 errichtete Gebäude ist Zeugnis der Deutzer Stadterweiterung, die sich in den Jahren ab 1907 vollzog, nachdem durch die Niederlegung der preußischen Befestigungsanlagen Bauland gewonnen worden war. Das städtebauliche Konzept richtete sich in der Form nach der Anlage der Kölner Neustadt, indem um den Altstadtkern breite Ringstraßen mit repräsentativen, 4-5geschossigen Bauten gezogen wurden. Die erste Phase der Stadterweiterung erstreckte sich auf dem Gelände westlich des Gotenringes und der Justinianstraße. Nach dem 1. Weltkrieg setzte die Bebauung auch östlich des ehemaligen Wallgrabens auf dem früheren Glacisgelände ein. Hier entstanden in den 20er Jahren - wie auch bereits kurz vor dem 1. Weltkrieg in der Kasematten- und Barmer Straße - ausgedehnte Wohnbauanlagen auf genossenschaftlicher Basis. Die dem Eduardus-Krankenhaus gegenüberliegende Wohnhausgruppe an der Custodis-, Alarich- und Markomannenstraße, welche im Auftrag der "Wohnungsbaugenossenschaft im Gesellenhospitium zu Köln e.G.m.b.H, Deutz" nach Plänen von Josef Kögl errichtet wurde, setzt sich stilistisch durch Anklänge an den Expressionimus von letzteren, noch neoklassizistisch geprägten Bauten ab. An die seit Beginn des 20. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der Reformarchitektur angestrebte Aufwertung des Handwerks erinnern die an den Häusern angebrachten schmiedeeisernen Symbole aller am Hausbau beteiligten Handwerksbereiche. Religiöse Motive wie die an den Hausecken aufgestellten Figuren des Hl. Heribert und des Hl. Thomas (Schutzheiliger der Architekten) deuten auf die vorwiegend katholische Bewohnerschaft dieser Neu-Deutzer-Wohnstraßen des "Germanenviertels" hin. Die Wohnhausgruppe ist Teil einer auf das Krankenhaus bezogenen städtebaulichen Konzeption, bestehend aus zwei spiegelbildlich angeordneten Baublocks und einer schloßstraßenartig auf das Krankenhaus zuführenden Mittelachse.
Als eines der wenigen noch weitestgehend original erhaltenen Bauten der Deutzer Stadterweiterung und als qualitätvolles Beispiel des vor allem in Köln nach dem 1. Weltkrieg zur Architekturaufgabe weiterentwickelten sozialen Wohnungsbaus ist das o. g. Objekt daher ein unverzichtbares Denkmal.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0