Wohnhaus
Markomannenstraße 19 · Deutz
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6184 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Markomannenstraße 19, 50679 Köln |
| Baujahr | 1927 |
| Architekt / Planung | Josef Kögel |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 26.08.1991 |
| Stadtteil | Deutz |
1927 erbaut (inschr. dat.); Architekt Josef Kögl; Teil einer 3geschossigen Wohnbauanlage, 3 Achsen, Putzfassade mit Gliederungen, kleine Dreieckgaube, originale Haustür mit schmiedeeiserner Vergitteung (Säge, Hobel, Winkel), Fenster nach hist. Vorbild erneuert. Im Innern original erhalten: im Flur Terrazzoboden, Holztreppe, Profilleiste in halber Höhe, Differenzstufen mit einseitigem orig. Handlauf, Wohnungseingangstüren mit Oberlicht (z. T. mit orig. Verglasung), Zimmertüren und Laibungen, Dielenfußböden, Spind, Briefkästen.
Rückseite: Putzfassade, Loggien, Balkone (z. T. nachträglich überdacht); Fenster verändert, Hoftür original.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Das 1927 errichtete Gebäude ist Zeugnis der Deutzer Stadterweiterung, die sich in den Jahren ab 1907 vollzog, nachdem durch die Niederlegung der preußischen Befestigungsanlagen Bauland gewonnen worden war. Das städtebauliche Konzept richtete sich in der Form nach der Anlage der Kölner Neustadt, indem um den Altstadtkern breite Ringstraßen mit repräsentativen, 4-5geschossigen Bauten gezogen wurden. Die erste Phase der Stadterweiterung erstreckte sich auf dem Gelände westlich des Gotenringes und der Justinianstraße. Nach dem 1. Weltkrieg setzte die Bebauung auch östlich des ehemaligen Wallgrabens auf dem früheren Glacisgelände ein. Hier entstanden in den 20er Jahren - wie auch bereits kurz vor dem 1. Weltkrieg in der Kasematten- und Barmer Straße - ausgedehnte Wohnbauanlagen auf genossenschaftlicher Basis. Die Wohnhausgruppe Markomannenstraße 1-9 und 19-21, welche im Auftrag der "Wohnungsbaugenossenschaft im Gesellenhospitium zu Köln e.G.m.b.H., Deutz" nach Plänen von Josef Kögl zwischen 1927 und 1932 errichtet wurde, setzt sich durch Anklänge an den Stil des Neuen Bauens und vereinzelt Elemente des Expressionismus von letzteren, noch neoklassizistisch geprägten Bauten ab. An die seit Beginn des 20. Jahrhunderts im Zusammenhang mit der Reformarchitektur angestrebte Aufwertung des Handwerks erinnern die an den Haustüren angebrachten schmiedeeisernen Symbole aller am Hausbau beteiligten Handwerksbereiche. Die Wohnhausgruppe ist Teil einer auf das Eduardus-Krankenhaus bezogenen städtebaulichen Konzeption, bestehend aus zwei spiegelbildlich angeordneten Baublocks und der Markomannenstraße, die als Mittelachse und mit Alleebäumen bestanden, schloßstraßenartig auf das Krankenhaus zuführt. Als eines der wenigen noch weitestgehend original erhaltenen Bauten der Deutzer Stadterweiterung und als qualitätvolles Beispiel des vor allem in Köln nach dem 1. Weltkrieg zur Architekturaufgabe weiterentwickelten sozialen Wohnungsbaus ist das o. g. Objekt daher ein unverzichtbares Denkmal.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0