Wohn- u. Geschäftshaus
Bergisch Gladbacher Straße 143 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6231 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Bergisch Gladbacher Straße 143, 51065 Köln |
| Baujahr | 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.10.1991 |
| Stadtteil | Mülheim |
1905 erbaut; 4 Geschosse, 3 Achsen, Stuckfassade mit Anklängen an die Neugotik, EG verändert. Haustür und Fenster verändert. Im Innern original erhalten: Steintreppe (nachträgliche Holzverblendung) mit gedrechseltem Geländer und Holzhandlauf, schwarz gerahmter Terrazzoboden, im Treppenhaus Stuckleisten, Hohlkehlen im 1. OG. Rückseite: backsteinsichtig, seitlicher Anbau, Fenster teilweise original. Nicht zum Denkmal gehört: rückwärtiger, 2geschossiger Anbau.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Mülheim, bis 1914 selbständige Stadt, hatte sich im 19. Jahrhundert von einer Gewerbestadt zu einem industriellen Vorort Kölns entwickelt. Als Folge dieser Industrialisierung erlebte Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung und einen Bevölkerungszuwachs, der zur schnellen Bebauung des bis dahin freien Geländes entlang der Hauptstraßen und in der Nähe neuer Industrieanlagen führte. Die Bergisch Gladbacher
Straße, als verkehrsreiche Ausfallstraße vom Clevischen Ring aus in Richtung Bergisch Gladbach verlaufend, war 1882 durch den Grafen Fürstenberg als Alleestraße ausgebaut worden. In dem Straßenabschnitt zwischen Keupstraße und dem Bahndamm wird sie noch heute durch zahlreiche Wohnhäuser der Mülheimer Stadterweiterung geprägt. Als integraler Bestandteil eines aus den Gebäuden Nr. 139-155 gebildeten Ensembles trägt obiges Haus wesentlich zur Veranschaulichung der baulichen Entwicklung dieser wichtigen Straße Mülheims bei. Im gleichen Zuge mit den Häusern Nr. 139-145 als Wohn- und Geschäftshaus (Feinbäckerei Schreiber) repräsentiert es den ab der Keupstraße vorherrschenden Typus des Kölner Dreifensterhauses, welches hier als 4geschossiger Mietstockwerkbau schlichte, aber abwechslungsreich variierte Stuckfassaden aufweist. Als besondere Akzente an der weitgehend flach profilierten Fassade des Hauses Nr. 143 fallen das Wappen und die Stadtturmdarstellungen besonders ins Auge, die in freier Interpretation auf das Mülheimer Stadtwappen anspielen. Sie verdeutlichen das Selbstverständnis des Hauseigentümers bzw. der Bewohner der damals wohlhabenden und noch von Köln unabhängigen Stadt Mülheim.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0