Wohn- u. Geschäftshaus
Aachener Straße 63 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6265 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Aachener Straße 63, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 30.10.1991 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Erbaut um 1890, Teil einer spiegelsymmetrischen Doppelhausanlage, 4 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit neueren Dachflächenfenstern, Putzfassade mit Stuckgliederungen im Stil der Neurenaissance, EG weitgehend verändert, Fenster weitgehend original, Haustür original, ehemalige Ladentür weitgehend verändert. Rückseite und seitlicher Anbau weitgehend in zweifarbigem Backstein, Fenster und Tür weitgehend original. Im Innern original erhalten: im Vestibül Marmorboden, Holzvertäfelung der Wand in der Sockelzone, Wandstuck (mit Relief), Deckenstuck und Stuck am Stützbogen; im Flur Marmorboden, Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten, weitgehend Wohnungseingangstüren, Reste von Deckenstuck, einige Wandlampen; in den Wohnungen einige Zimmertüren mit Laibungen, teilweise Stuckdecken.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße das sogenannte "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Die Aachener Straße, vor der Stadterweiterung alte Ausfallstraße nach Westen, wurde als lindenbestandene Alleestraße angelegt und im wesentlichen 1885-95 bebaut. Das Haus Nr. 63 wurde um 1890 während dieser Hauptbebauungsphase errichtet und ist integraler Bestandteil der auf dieser Seite der Aachener Straße weitgehend geschlossen erhaltenen Häuserzeile. Gleichzeitig bildet das zusammen mit seinem Nachbarhaus (Nr. 61) als spiegelsymmetrische Doppelhausanlage konzipierte o. g. Gebäude mit diesem ein Ensemble. Bei der Fassadengestaltung, die Stilelemente der Renaissance aufgreift, weisen beide Häuser eine besondere Betonung des 1. Obergeschosses auf. Diese Akzentuierung, vor allem durch die Pilaster und die Fensterverdachungen mit Dreiecks- und Rundbogengiebel, läßt erkennbar werden, daß sich hier einst das Hauptgeschoß des Hauses, die sogenannte Beletage mit den Repräsentationsräumen befand. Das o. g. Objekt, das das für Köln typische Dreifensterhaus variiert, bewahrt trotz geringfügiger Veränderungen die Maßstäblichkeit der Bebauung sowie das ursprüngliche Erscheinungsbild an der Aachener Straße. Auch im Hinblick hierauf wird es somit zum unverzichtbaren Dokument der Gründerzeitarchitektur.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0