Wohnhaus
Keplerstraße 28 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6278 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Keplerstraße 28, 50823 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 31.10.1991 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Um 1890 erbaut. 3 Geschosse, 3 Achsen, Dachgeschoß später ausgebaut (um 1935). Betonung der linken Achse durch risa- litartige Wandvorlage. Stuckfassade mit Dekorationselementen im Stil der Renaissance, EG in Fugenschnitt. Haustür und Fenster verändert. Rückseite und seitlicher Anbau sowie der daran anschließende eingeschossige Erweiterungsbau (ehem. Waschküche) verputzt, Fenster verändert. Im Innern original erhalten: Holztreppe, Holzgeländer mit gedrechselten Stäben und Antrittspfosten. Die von der Haus- bis zur Hoftür reichende Wand- und die beschädigte Bodenverfliesung stammt aus den 30er Jahren und ist nicht Bestandteil des Denkmals. Nicht zum Denkmal gehört: eingeschossiger Schuppen, anschließend an den rückwärtigen eingeschossigen Erweiterungsbau.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Der Stadtteil Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Als 1872 die Venloer Straße umgepflastert werden mußte, legte man im Zuge dieser Maßnahme u. a. auch die Keplerstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, an. Sie hieß damals "Wilhelmstraße" und gehörte zu den ersten gepflasterten Straßen im neuen Vorort. Das Gebäude ist eins der wenigen qualitätvollen Zeugnisse der historischen Bebauung und trägt somit wesentlich zur Veranschaulichung des Straßenbildes bei. Es wurde an einer platzartigen Erweiterung der Keplerstraße errichtet. Solche Platzgestaltungen, die auch in Neuehrenfeld noch häufiger zu finden sind, waren eine in der Kölner Neustadt vorgebildete städtebauliche Tradition, die zur Auflockerung des Straßenbildes diente und gleichzeitig den Wohnwert des Bereichs erhöhen sollte. Die Anbindung an die innerstädtische Architektur zeigt sich bei diesem Gebäude auch in der Fassadengestaltung mit ihrem angedeuteten Risalit in der linken Achse. In dieser Umsetzung der plastischen Fassadengliederung der gehobeneren städtischen Bauweise in die zurückhaltendere vorstädtische Formensprache zeigt sich außerdem das wachsende Repräsentationsbedürfnis der damaligen Bewohner. Als Beleg für die architektonische Entwicklung Ehrenfelds sowie für die um die Zeit der Eingemeindung errichtete Architektur und ihre stadtteilspezifische Ausprägung wird das o. g. Objekt daher zu einem unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0