Wohn- u. Geschäftshaus

Reisstraße 10 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6794
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Reisstraße 10, 50823 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 13.04.1993
Stadtteil Ehrenfeld

Um 1890 erbaut; Eckhaus zur Sömmeringstraße. 3 Geschosse, Attikageschoß bzw. 4 Geschosse (3 der 5 Achsen zur Reis- straße), Dachform nach Kriegsbeschädigung verändert. 5:2 Achsen, abgeschrägte Ecke mit Ziergiebel (mit Zierbekrönung), dort auch zweigeschossiger Erker mit aufgesetztem Balkon, orig. Balkongitter, orig. Fenstergitter vor den beiden Fenstern im Attikageschoß zur Sömmeringstraße. Putzfassade mit Dekorationselementen in Anklängen an die Renaissance, EG sowie die 3 viergeschossigen, nach Kriegsbeschädigung instandgesetzten Achsen zur Reisstraße mit glatter Putzfassade. Fenster und Türen verändert.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der Vorort Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Als 1872 die Venloer Straße umgepflastert werden mußte, legte man im Zuge dieser Maßnahme u. a. die Reisstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, an. Sie hieß damals "Mittelstraße" und gehörte zu den ersten gepflasterten Straßen im neuen Vorort. Das Gebäude ist das letzte erhaltene Zeugnis der historischen Bebauung. Es wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Gerade im Eckbereich blieben jedoch die ursprüngliche Achsenteilung und große Teile der feinen Stukkaturen, schmiedeeiserne Geländer sowie die Zierbekrönung über dem Giebel erhalten, die die allmähliche Annäherung der Vorstadtarchitektur an die innerstädtische Bauweise veranschaulichen und darüber hinbaus Aufschluß über das wachsende Repräsentationsbedürfnis der Bürger des Stadtteils geben. Somit wird, obwohl es durch die in der Nachkriegszeit vorgenommenen Veränderungen viel von seiner platzgestaltenden Wirkung verloren hat, die Wirkung des Objektes im Kreuzungsbereich zur Sömmeringstraße und sein städtebaulicher Stellenwert noch deutlich erkennbar. Als Hinweis auf die sozialgeschichtliche und architektonische Entwicklung Ehrenfelds und Beispiel für die um die Eingemeindung errichtete Bebauung wird das Gebäude daher zu einem wichtigen Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0