Wohn- u. Geschäftshaus

Körnerstraße 30 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6282
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Körnerstraße 30, 50823 Köln
Baujahrum 1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 31.10.1991
Stadtteil Ehrenfeld

Um 1895 erbaut. 4 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß, Backsteinfassade mit sparsamen Gliederungen. EG verputzt, mit Stuckdekorationen. Fenster, Haustür und Ladentür verändert, auch leichte Veränderungen im Ladenbereich. Rückseite und Anbau backsteinsichtig, Fenster verändert; späterer, zwischen Vorderhaus und Anbau geschobener Toiletteneinbau verputzt. Im Innern original erhalten: Holztreppe mit Holzgeländer, und gedrechselten Stäben bis zum 1. OG.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der Vorort Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Die Körnerstraße (früher Heribertusstraße), an der sich das o. g. Objekt befindet, gehört neben der Simrockstraße zu den ersten planmäßigen Siedlungsansätzen in diesem Vorortbereich. Sie wurde also bereits ab 1845 erschlossen. Der die Venloer- mit der Subbelrather Straße verbindende Straßenzug, dessen ältester erhaltener Bau (Nr. 40) aus den frühen 60er Jahren des 19. Jahrhunderts stammt, erinnert mit seinem Namen an Karl Theodor Körner (1791-1813), den Dichter der Freiheitskriege. Das o. g. Gebäude ist ein wichtiger integraler Bestandteil der bis zur Kriegszerstörung geschlossenen historischen Bebauung. Es bildet ein Ensemble mit den Häusern Nr. 26, 28 und 32, von denen es sich wiederum durch seine Backsteinfassade absetzt - ein für die Körnerstraße ungebräuchliches Fassadenmaterial. Hier wird der noch vorhandene Einfluß der vorstädtischen Bebauung faßbar, darüber hinaus aber auch das Vorbild der Fabrikarchitektur, wie sie in diesem Kölner Industrievorort damals häufiger anzutreffen war und die heute nur noch vereinzelt im Stadtbild erscheint. Auch als Beispiel für die Gestaltungsvielfalt der kurz nach der Eingemeindung errichteten Ehrenfelder Stadtarchitektur wird das o. g. Gebäude daher zu einem unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0