Wohn- u. Geschäftshaus

Apostelnstraße 4 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6293
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Apostelnstraße 4, 50672 Köln
Baujahr1950
Architekt / PlanungP.F. Nöcker
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 25.11.1991
Stadtteil Altstadt/Nord

Erbaut 1950, Architekt P. F. Nöcker; 3geschossiges, straßenseitig gerundetes Eckhaus mit zurückgesetztem Dachgeschoß, Dachterrasse (orig. Brüstungsgitter) und mit Flachdach; Natursteinfassade (Tuff), EG teilweise verändert, Fenster (auch die gerundeten Schaufenster) weitgehend original, Hauseingangstür original, sonst Türen mit den Eingangssituationen weitgehend verändert. Rückseite (teilweise verändert) mit 1geschossigem, teilweise verglasten Anbau (Flachdach), Loggia (teilweise orig. Vergitterung bzw. Brüstung) und Putzfassade, Fenster weitgehend original, Türen teilweise original. Im Innern ist der Flur mit Natursteinfliesenboden, Stahlbetontreppe mit Natursteinbelag, Metallgeländer und Holzhandlauf weitgehend original erhalten.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges, geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten oft im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet. Das o. g. Objekt wurde 1950 nach den Plänen des Architekten P. F. Nöcker auf den Resten des kriegszerstörten Vorgängerbaus als Wohn- und Geschäftshaus errichtet. Das 3geschossige, fast in seiner ganzen Front abgerundete Gebäude mit dem zurückgesetzten ebenfalls gerundeten Dachgeschoß ist nicht zuletzt durch seine ausgesprochen gelungene Ecklösung als qualitätvolles Beispiel der 50er-Jahre-Architektur ausgewiesen. Die Obergeschosse haben dabei eine Natursteinfassade aus Tuff erhalten, wobei den bänderartig gereihten Fenstern eine bedeutende gestalterische Funktion zukommt. Einen wirkungsvollen Gegensatz bildet hierzu die dem Baukörper folgende, elegant gekurvte Schaufensterfront, die das Erdgeschoß gleichsam in Glas aufzulösen scheint. Mit seiner verhältnismäßig niedrigen Geschoßhöhe nimmt das o. g. Objekt auch Rücksicht auf die direkt gegenüberliegende romanische Kirche St. Aposteln, in deren Nachbarschaft die Gebäude bewußt heruntergezont worden sind. Auch die Verwendung von Naturstein (Tuff) bei der Fassadengestaltung nimmt Bezug auf die Kirche und stellt gewissermaßen auch die optische Verbindung zur historischen Bausubstanz her. Das o. g. Objekt, das architekturhistorisch in der Tradition des "Neuen Bauens" steht und auch an wegweisende Kölner Bauten, etwa an das "Dischhaus" von Bruno Paul anknüpft, wird somit, auch im Hinblick hierauf, zum unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0