Wohn- u. Geschäftshaus

Ehrenfeldgürtel 80 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6298
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Ehrenfeldgürtel 80, 50823 Köln
Baujahrum 1908 bis 1910
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 25.11.1991
Stadtteil Ehrenfeld

Um 1908-1910 erbaut. 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß (verändert), 4 Achsen; Tordurchfahrt. Stuckfassade mit Gliederungen im späten Jugendstil, neue Putzauflage im Erdgeschoß und 3. Obergeschoß. Erdgeschoß verändert, Fenster und Türen verändert. Rückseite und zweigeschossiger Anbau (links) weitgehend backsteinsichtig, EG verputzt; Fenster verändert. Später ergänzt und somit nicht zum Denkmal gehörend: ein- bis zweigeschossiger Anbau (rechts). Im Innern original erhalten: im Hausflur Terrazzoboden mit Mosaikeinlagen, Terrazzotreppe (Geländer verändert). Quergelagertes Hinterhaus: 4 Geschosse (das Dachgeschoß wurde nach 1945 als Vollgeschoß ausgebaut), 4 Achsen. Backsteinfassade, EG geschlämmt. Fenster und Türen verändert. Im Innern original erhalten: im Hausflur zweifarbiger Terrazzoboden, Steintreppe. Nicht zum Denkmal gehört: die an das Hinterhaus anschließende Hofüberbauung.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der Stadtteil Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Der Ehrenfeldgürtel, an dem sich das o. g. Objekt befindet, hieß in diesem von der Venloer- bis zur Subbelrather Straße reichenden Abschnitt anfangs "Dechenstraße". Um 1916 erhielt er seinen heutigen Namen. Das Gebäude (ehem. Dechenstr. 8) gehört in diesem Bereich des Straßenzugs zu den wenigen Zeugnissen der historischen Bebauung. Es repräsentiert den in Ehrenfeld insbesondere im frühen 20. Jahrhundert noch häufiger auftretenden Typus des großen Mietstockwerkbaus mit Hinterhaus in Form eines vom Haupthaus abgerückten Querbaus, in dem der mit dem Wirtschaftswachstum konform gehende steigende Bedarf an Mietwohnungen zum Ausdruck kommt. Die in großen Teilen erhaltene Stuckfassade veranschaulicht mit ihren flächigen Jugendstildekorationen die spätere Erschließungsphase Ehrenfelds und offenbart mit dieser Orientierung an dem im "vornehmeren" benachbarten Stadtteil Neuehrenfeld vorherrschenden Architekturstil zugleich die gehobenen Ansprüche von Bauherr und Bewohnern. Auch als Zeugnis für die wirtschaftliche und architektonische Entwicklung Ehrenfelds und als Hinweis auf die stadtteilspezifischen Besonderheiten seiner Bebauung wird das o. g. Gebäude somit zu einem unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0