Wohn- u. Geschäftshaus

Hansemannstraße 18 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6382
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Hansemannstraße 18, 50823 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 30.01.1992
Stadtteil Ehrenfeld

Um 1890 erbaut. 4 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß, Stuckfassade mit Dekorationselementen in Anklängen an die Renaissance, Veränderungen im Ladenbereich. Fenster, Haus- und Ladentür neueren Datums; orig. schmiedeeisernes Gitter am Kellerfenster.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der Vorort Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Die Hansemannstraße (früher Jakobstraße), an der sich das o. g. Objekt befindet, dokumentiert die Ausweitung Ehrenfelds nach Westen. Sie gehört zu den frühen Straßenerschließungen und wurde bis 1880 angelegt. Aufgrund ihrer Nähe zum Industriegebiet ließen sich hier vorwiegend Arbeiterfamilien nieder. Das Gebäude gehört zu den wenigen erhaltenen Zeugnissen der historischen Bebauung. Es repräsentiert das für Köln typische Dreifensterhaus auf L-förmigem Grundriß, das in der Altstadt entwickelt wurde und ab den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts auf die Vorstadt übergriff - hier in einer viergeschossigen Variante, die auf den größeren Bedarf an Wohnraum, also auf den wirtschaftlichen Aufschwung nach der Eingemeindung hinweist. In der sparsamen Stuckdekoration mit Betonung des 1. Obergeschosses wird der Einfluß der Innenstadtarchitektur ablesbar. Zugleich deutet dies auf das wachsende Selbstbewußtsein und Repräsentationsbedürfnis der Bürger des neuen Vororts hin. Als Hinweis auf die sozialgeschichtliche und architektonische Entwicklung und als Beispiel für die im späten 19. Jahrhundert errichtete Ehrenfelder Bebauung und ihre stadtteilspezifische Ausprägung wird das Gebäude daher zu einem unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0