Wohnhaus

Klarastraße 20 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6303
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Klarastraße 20, 50823 Köln
Baujahr1894 bis 1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 25.11.1991
Stadtteil Ehrenfeld

1894/95 erbaut; ehemals Wohn- und Geschäftshaus. 3 Geschosse, 4 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit drei Gauben. In Fugenschnitt strukturierte Stuckfassade mit Dekorationen in Anklängen an die Renaissance. Erdgeschoß verändert, Fenster verändert. Rückseite: backsteinsichtig, Erdgeschoß geschlämmt; Fenster weitgehend verändert. Im Innern original erhalten: in Vestibül und Flur Terrazzoboden; runder Stützbogen als Vestibülabschluß; Holztreppe, Holzgeländer, ab dem Aufgang zum Dachgeschoß mit gedrechselten Stäben. Nicht zum Denkmal gehört: eingeschossiges Hofgebäude.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der Vorort Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Bereits zu Beginn der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts erhielt Ehrenfeld seinen Ortsmittelpunkt mit der neugotischen Kirche St. Josef, die auch heute noch das Bild der Venloer Straße prägt. In geringem Abstand links und rechts vom Kirchenbau wurden etwa gleichzeitig die Wahlen- und parallel dazu die Klarastraße erschlossen. Die Klarastraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, ist benannt nach der Ehefrau Christian Schults, des Ehrenfelder Bürgermeisters. In dem ehemals geschlossen bebauten Straßenzug gehört das o. g. Objekt zu den wenigen qualitätvollen Zeugnissen der jüngeren Bebauung. In der Stuckfassade wird trotz der im Lauf der Jahre vorgenommenen Veränderungen noch das reiche Erscheinungsbild faßbar, in dem sich der Einfluß der Innenstadtarchitektur widerspiegelt und darüber hinaus auch das wachsende Selbstbewußtsein und das Repräsentationsbedürfnis der Bürger des neuen Vororts zutagetritt. Als Hinweis auf die sozialgeschichtliche Entwicklung Ehrenfelds und als Beispiel für die gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtete stadtteilspezifische Architektur wird das o. g. Gebäude daher zu einem unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0