Wohn- u. Geschäftshaus

Körnerstraße 67 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6314
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Körnerstraße 67, 50823 Köln
Baujahr1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.12.1991
Stadtteil Ehrenfeld

1905 erbaut. 3 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit drei Gauben; zweigeschossiger Erker in der rechten Achse. Putzfassade mit Stuckgliederungen vorwiegend im Jugendstil, Fliesen am Erker, Wappen im 1. OG. Fenster verändert, Erdgeschoß verändert. Rückseite und Anbau: teils backsteinsichtig, teils geschlämmt; Fenster weitgehend verändert. Im Innern original erhalten: im Vestibül Terrazzoboden mit Rahmung und Mittelmotiv, im Flur Terrazzoboden mit Rahmung; Hoftür; Terrazzotreppe, schmiedeeisernes Geländer mit Holzhandlauf; einige Wohnungseingangstüren.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der Vorort Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Die Körnerstraße (früher Heribertusstraße), an der sich das o. g. Objekt befindet, gehört neben der Simrockstraße zu den ersten planmäßigen Siedlungsansätzen in diesem Vorortbereich. Sie wurde also bereits ab 1845 erschlossen. Der die Venloer- mit der Subbelrather Straße verbindende Straßenzug, dessen ältester erhaltener Bau (Nr. 40) aus den frühen 60er Jahren des 19. Jahrhunderts stammt, erinnert mit seinem Namen an Karl Theodor Körner (1791-1813), den Dichter der Freiheitskriege. Das o. g. Gebäude gehört auf der linken Straßenseite zu den wenigen qualitätvollen Zeugnissen der ehemals geschlossenen historischen Bebauung. Es repräsentiert die späte Erschließungsphase des Stadtteils. Mit der abwechslungsreich im Jugendstil - einem in Ehrenfeld seltener anzutreffenden Architekturstil - dekorierten Fassade orientierte man sich an den Gestaltungsformen des "vornehmeren" benachbarten Neuehrenfeld. Das Gebäude belegt somit zum einen die architektonische Entwicklung Ehrenfelds. Zum anderen weist es auf die steigenden Ansprüche und das wachsende Selbstbewußtsein der Bewohner und des Bauherrn hin, der das Erscheinungsbild seines Hauses dem des besser situierten Bürgers in gewisser Weise angleichen wollte. Es wird daher auch in dieser Hinsicht zu einem unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0