Wohnhaus
Körnerstraße 68 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6455 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Körnerstraße 68, 50823 Köln |
| Baujahr | um 1880 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.04.1992 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Um 1880 erbaut. 2 Geschosse, Attikageschoß, 2 Achsen, Satteldach. Stuckfassade mit Dekorationselementen im Jugendstil (um 1905). Haustür verändert, Fenster größtenteils verändert. Rückseite mit eingeschossigem Anbau verputzt. Im Innern erhaltenswert: Fliesenboden im Flur; runder Stützbogen als Vestibülabschluß; Holztreppe, Holzgeländer mit gedrechselten Stäben und Antrittspfosten (im obersten Geschoß Stäbe verändert); vereinzelt Zimmertüren.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Der Vorort Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Die Körnerstraße (früher Heribertusstraße), an der sich das o. g. Objekt befindet, gehört neben der Simrockstraße zu den ersten planmäßigen Siedlungsansätzen in diesem Vorortbereich. Sie wurde also bereits ab 1845 erschlossen. Der die Venloer- mit der Subbelrather Straße verbindende Straßenzug, dessen ältester erhaltener Bau (Nr. 40) aus den frühen 60er Jahren des 19. Jahrhunderts stammt, erinnert mit seinem Namen an Karl Theodor Körner (1791-1813), den Dichter der Freiheitskriege. Das o. g. Gebäude gehört in diesem Straßenbereich zu den wenigen erhaltenen Zeugnissen der ehemals geschlossenen historischen Bebauung. Mit seinem Baudatum - um 1880 - belegt es die frühe Erschließungsphase Ehrenfelds. Die später, um 1905, auf die ehemals wohl backsteinsichtige oder allenfalls verputzte Fassade aufgebrachten abwechslungsreichen Stuckgliederungen sind ein Merkmal für die sozialgeschichtliche Entwicklung des Stadtteils. Man verwendete Dekorationsformen des Jugendstils, der in Ehrenfeld seltener auftritt, jedoch das später erschlossene, "vornehmere" benachbarte Neuehrenfeld wesentlich prägt. Der damalige Eigentümer wollte das Erscheinungsbild seines Hauses also dem des besser situierten Bürgers anpassen und auf diese Weise auch seine eigenen gehobenen Ansprüche und sein Selbstbewußtsein zum Ausdruck bringen. Als Beispiel für die Ehrenfelder Wohnbebauung, ihre Entwicklung und ihre stadtteilspezifischen Besonderheiten wird das Gebäude daher zu einem unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0