Wohn- u. Geschäftshaus
Friesenwall 84 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6330 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Friesenwall 84, 50672 Köln |
| Baujahr | um 1880 bis 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 06.01.1991 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Um 1880-90 erbaut; 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, 3 Achsen, Stuckfassade mit Anklängen an die Renaissance, teilweise originale Ladenfront. Fenster verändert, Haus- und Ladentür verändert. Im Innern original erhalten: im Flur ornamentierter Fliesenboden, Holztreppe mit gedrechseltem Geländer ab dem 1. OG original. Rückseite: backsteinsichtig, seitlicher 4geschossiger Anbau, Treppenhausfenster und Hoftür original, übrige Fenster verändert. Nicht zum Denkmal gehören der 1geschossige Anbau an der Rückseite des Hauses sowie der 1geschossige Schuppen im rückwärtigen Hofbereich.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Der Friesenwall, verlaufend vom Rudolfplatz bis zu Im Klapperhof, ist Teil der alten inneren Wallstraße, die auf der Altstadtseite parallel zu der mittelalterlichen Stadtmauer und den die Mauer nach innen hin stützenden Wallanlagen. Im Zuge der 1881 beginnenden Stadterweiterung nach der Planung des Kölner Stadtbaumeisters Josef Stübben wurde die bereits im 19. Jahrhundert aufgrund der anwachsenden Stadtbevölkerung erfolgte Neubebauung in verstärktem Maß fortgesetzt. Die Neustadtseite wurde 1883/84 mit zum größten Teil 4geschossigen Mietshäusern bebaut, teilweise aber entstanden hier auch Stallungen der großbürgerlichen Häuser des Hohenzollernringes. Auf der Altstadtseite des Friesenwalls, die in der Umgebung der Hahnentorburg bereits seit dem Mittelalter einseitig bebaut war, entstanden in den folgenden Jahren der Stadterweiterung ebenfalls 4geschossige Wohnhäuser, die die älteren, meist 2geschossigen Häuschen ersetzten. Das Haus Nr. 84 dokumentiert diese Bebauungsphase. Während das Nachbarhaus Nr. 82 zu den wenigen Beispielen auf dem Friesenwall gehört, dessen Fassade mit vier Achsen breiter angelegt ist, spiegelt das obige 3achsige Gebäude die charakteristische Kleinteiligkeit der Parzellierung in der Altstadt wider. Zudem variiert es das in der Altstadt häufig auftretende Dreifensterhaus. Im Gegensatz zum reinen Wohnhaus dieses Bautyps ergab sich bei diesem Wohn- und Geschäftshaus mit einem Laden (Bäckerei) im Erdgeschoß eine achsensymmetrische Gliederung mit zwei seitlichen Eingängen und dem Schaufenster zwischen zwei profilierten Pfeilernin der Mittelachse, die heute noch ablesbar ist. Städtebaulich ist das Haus ein wichtiges Zeugnis der historischen Bebauung am Friesenwall und trägt durch seine Nähe zu der fast vollständig erhaltenen Altbautengruppe (Nr. 52-76) zwischen Palm- und Ehrenstraße zur Veranschaulichung der architektonischen Vielgestaltigkeit des Friesenwalls bei.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0