Wohn- u. Geschäftshaus

Kaiser-Wilhelm-Ring 10 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6362
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Kaiser-Wilhelm-Ring 10, 50672 Köln
Baujahr1950 bis 1960
Architekt / PlanungHelmut Goldschmidt, Oswald Mathias Ungers
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 22.01.1991
Stadtteil Neustadt/Nord

Um 1955 erbaut, Eckhaus zum Gereonshof; Architekten Helmut Goldschmidt und Oswald Mathias Ungers. Erdgeschoß, Zwischengeschoß, 5 Geschosse und ein Staffelgeschoß. Rasterfassade über weitgehend durchglastem, vorwiegend durch vertikale Stützen gegliedertem Erdgeschoß mit inliegendem Zwischengeschoß; verklinkerte Werbefläche an der zum Gereonshof weisenden Fassade; Sichtbeton am sich anschließenden Treppenhausbereich. Gebäudetrakt zum Gereonshof: 4 Geschosse und ein Staffelgeschoß mit Vordach und Balkon. Putzfassade, Sockel in Sichtbeton.

Umbauten bzw. Erneuerungen im Ladenbereich; Fenster erneuert, teilweise auch die Glasbausteine im Treppenhaus, Hauseingang original. Rückseite: Fassade zum Gereonshof verputzt, Fassade zum Ring mit Sichtbeton und Balkonen, Treppenhaus mit Glasbausteinen. Im Innern erhaltenswert: Treppenhaus mit Wänden und Decken in Sichtbeton (Wandverfliesung in den unteren Geschossen ist neueren Datums und gehört somit nicht zum Denkmal), Böden und Stufen gefliest, Geländer bestehend aus senkrechtem Metallgestänge, an dem hölzerne Handläufe befestigt sind.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

In der von Josef Stübben geplanten und ab 1881 ausgeführten Stadterweiterung von Köln, der Neustadt, spielte die Ringstraße von Anfang an als repräsentatives Wohn- und Geschäftsviertel eine herausragende Rolle. Diesen Stellenwert behielt sie auch in der Nachkriegszeit, als sich der zentrale Bereich, zwischen Hohenstaufen- und Kaiser-Wilhelm-Ring, mehr und mehr zu einer Büro- und Geschäftsstraße wandelte. Das o. g. Objekt ist ein wichtiger integraler Bestandteil dieses Straßenabschnitts. Es gehört zu einer ab den späten 40er bis in die 60er Jahre errichteten Häuserzeile (Nr. 10 bis Nr. 40) mit in etwa einheitlicher Traufhöhe, die einen Überblick gibt über die in dieser Zeit geläufigen Architekturströmungen und die somit das Erscheinungsbild des KaiserWilhelm-Rings wesentlich prägt. Das Gebäude wurde nach Entwürfen der Architekten Helmut Goldschmidt und Oswald Mathias Ungers im Eckbereich zum Gereonshof errichtet und setzt hier einen markanten städtebaulichen Akzent. Die Unterschiedlichkeit der vorgegebenen Traufhöhen an den beiden Straßenzügen verlangte eine Trennung der Baukörper, die durch das zwischengeschobene Treppenhaus erreicht wurde. Es verbindet zwei sowohl in der Höhenausdehnung als auch in der äußeren Gestaltung völlig voneinander verschiedene Gebäudeteile, den zum Ring weisenden Kubus mit aufgeständerter zeittypischer Rasterfassade und den am Gereonshof errichteten Trakt mit Putzfassade, die deutlich erkennbar Ungers'sche Gestaltungsmerkmale trägt: den aus dem Quadrat entwickelten Grundriß, die - sieht man von dem Staffelgeschoß ab - dem Quadrat angenäherte Fassade, aus der sich die meisten Fenster wiederum als Quadrate herausheben. Aus dem Baudatum (um 1955) wird darüber hinaus ersichtlich, daß Oswald Mathias Ungers nicht, wie in der Literatur behauptet, bereits 1950 sein eigenes Büro eröffnete, sondern noch Mitte der 50er Jahre mit Helmut Goldschmidt zusammenarbeitete. Nicht nur als Teil einer qualitätvollen Gesamtsituation, sondern auch als wichtiges Einzelobjekt, das das Werk bedeutender Kölner Architektenpersönlichkeiten sowie die Bau- und Gestaltungsauffassung der 50er Jahre verständlich macht, wird das o. g. Gebäude daher zu einem unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0