Wohn- u. Geschäftshaus
Hildeboldplatz 19 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4512 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Hildeboldplatz 19, 50672 Köln |
| Baujahr | 1883 bis 1885 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.03.1988 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Das Wohnhaus ist 1883 - 85 entstanden. Baugeschichtlich bezeugt das 4-geschossige, in 4 Fensterachsen gegliederte Mietshaus einheitliche baukünstlerische und stilistische Züge, die sich sowohl in Grundriß und Baumasse, wie in der Beschmückung der Fassade demonstrieren. Die nach der Stadterneuerung um 1881 erste Welle der repräsentativen Wohnbauten ist von der Berliner klassizistischen Schule inspiriert. Die dekorative Absetzung des Untergeschosses und des Dachaufbaus verursacht, daß die zwei res. drei Hauptgeschosse die stilistische Aussage auf sich ziehen. Die strenge Einhaltung der senkrechten Symmetrie, die - wie an o. g. Objekt - auch durch die Seitenachse des Eingangs mit Portal nicht gestört ist, wiederholt sich in der ganzen Hausreihe des Hildeboldplatzes.
Der wechselseitige Rhythmus von Dreieck- und Segmentgiebeln der Fensterverdachung, unterstützt im 2. OG noch durch Zitate von antiken Blumenmotiven, bilden eine übersichtliche, durch waagerechte Brüstungen vereinigte Fassadengestalt. Die künstlerisch anspruchsvolle Straßenansicht findet im Hausinnern durch die Holztreppen mit Antrittspfosten und gedrechseltem Holzgeländer, Seitenleisten und anderem Schmuck, seine Erweiterung. Die Eingangs- und Zimmertüren der Wohnungen sind in der ursprünglichen Fassung teilweise erhalten, genauso wie die Fensterrahmungen im Hintertrakt.
Ortsgeschichtlich belegt die noch gut erhaltene Häuserreihe der Westachse des Hildeboldplatzes die Erstbebauung der Randgebiete der ehemaligen Altstadt und die Entstehungsgeschichte der neuen Wohngebiete der Neustadt entlang der Befestigungsmauern. Die Bebauung nach dem von J. Stübben erstellten Erweiterungsplan erfaßte auch die Umgebung der mittelalterlichen Stadthöfe, die seit Anfang des 17. Jahrhunderts als "Klapperhöfe" bekannt waren. Die die spätere Ringstraße vorwegnehmende parallele Hauptachse des Hildeboldplatzes brachte einige repräsentative mehrfunktionale Häuser für Bürger mit mittleren und gehobenen Wohnansprüchen hervor.
Städtebaulich bedeutend ist das beschriebene Wohnhaus als Teil des ganzen noch erhaltenen Straßenensembles, das sich mit einigen Unterbrechungen von dem Eckhaus (Nr. 1 und 1 a) bis hin zum Haus Nr. 21 zieht. Es vermittelt authentisch das Erscheinungsbild der parallel zum Ring laufenden Wohnstraße als aussagekräftiges Zeugnis der Anfänge des modernen Urbanismus.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0