Wohn- u. Geschäftshaus
Bismarckstraße 15 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6369 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Bismarckstraße 15, 50672 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.11.1991 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Erbaut um 1900, 5 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit breiter neuerer Gaube, flache Wandvorlage und 3geschossiger Erker in der rechten Achse, Putzfassade mit Stuckgliederungen in der Formensprache von Historismus und Jugendstil, EG weitgehend verändert, Fenster und Türen verändert. Rückseite und seitlicher Anbau in gelbem Klinker, Fenster weitgehend verändert. Im Innern original erhalten: im Vestibül Terrazzo- und farbiger Fliesenboden, kleine Terrazzotreppe, Wandfliesen (bis zur halben Wandhöhe), Reste von Wandstuck, Deckenstuck, Stuck am Stützbogen; im Flur farbiger Fliesenboden, weitgehend Wandfliesen bis zur halben Wandhöhe (EG), Holzprofilleiste auf halber Wandhöhe, Terrazzotreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten, Zwischenpodeste mit Mosaikeinlagen, einige Wohnungseingangstüren, Deckenstuck; in den Wohnungen größtenteils Zimmertüren mit Laibungen, teilweise Stuckdecken. Nicht Bestandteil des Denkmals ist die 1geschossige Hinterhofüberbauung (Bäkkerei).
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche, und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Die von H.J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher- und Zülpicher Strasse das sogenannte "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Die Bismarckstraße, die mit der Moltke- und Roonstraße die als Boulevard gestaltete äußere oder zweite Ringstraße bildet, wurde 1897-1903 bebaut. Das um 1900 errichtete Haus Nr. 15 ist in diesem Abschnitt der Bismarckstraße, zwischen Kamekestraße und Kaiser-Wilhelm-Ring, eines der wenigen noch erhaltenen Zeugnisse der Erstbebauung. Es weist eine reich gegliederte Fassade im Stil des Historismus auf,bei der bereits Elemente des Jugendstils mit aufgegriffen worden sind. Durch die flache Wandvorlage und den 3geschossigen Erker ist das o.g. Gebäude in seiner rechten Achse besonders betont worden. Auch die von Geschoß zu Geschoß variierte Gestaltung der Fensteröffnungen trägt wesentlich zum abwechlungsreich gestalteten Erscheinungsbild bei. Das o.g. Objekt bewahrt hier als eines der letzten die einstige Maßstäblichkeit der Bebauung sowie den ursprünglichen Charakter dieses Abschnitts der Bismarckstraße unmittelbar vor ihrer Einmündung in den Kaiser-Wilhelm-Ring und wird somit zum unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0