Siedlung "Göttersiedlung"
Wodanstraße 53 · Rath/Heumar
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6397 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Siedlung "Göttersiedlung" |
| Adresse | Wodanstraße 53, 51107 Köln |
| Baujahr | um 1920 bis 1925 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 03.02.1992 |
| Stadtteil | Rath/Heumar |
Um 1920-25 erbaut; Teil der Göttersiedlung, Hälfte eines 1geschossigen Doppelhauses mit ausgebautem Mansarddach, 2 Achsen, Putzfassade mit Stuckgliederung; Freitreppe mit geschwungener Lichtwange, profilierten Pfeilern und orig. schmiedeeisernem Brüstungsgitter. Haustür und sprossierte Fenster original, Schlagläden original. Im Innern original erhalten: hölzerne Treppenanlage mit Antritts- und Zwischenpfosten, fast alle Zimmertüren . Rückseite: Putzfassade, Balkon, darunter nachträglich geschlossener ehemaliger Freisitz, Terrasse mit Treppenabgang zum Garten, später eingebaute 2flügelige Fenstertür zur Terrasse, Fenster im OG verändert, originales Mansardfenster (Sprossen entfernt). Zum Denkmal gehört auch der das Haus umgebende Garten, und das niedrige Einfriedungsmäuerchen entlang der Straße. Nicht zum Denkmal gehört die seitliche, später errichtete Garage.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Das Haus Wodanstr. 53 ist integraler Bestandteil des Ensembles Göttersiedlung, die zwischen 1920 und 1938/39 für Angestellte und Beamte nach einheitlichem städtebaulichem Plan errichtet wurde. Gegenüber gleichzeitigen Siedlungen handelt es sich jedoch um in Privatinitiative errichtete Wohnhäuser, die sich einem gemeinsamen Gesamtkonzept unterworfen haben. Die Göttersiedlung dokumentiert die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt in die Außenbezirke betrieb. Als Ergebnis dieser Maßnahme entstand die im Einfluß der Gartenstadtbewegung stehende Wohnsiedlung mit Anbindung an die dörfliche Grundstruktur des alten Rath und architektonischem Bezug zur topographischen Lage am Rand des Bergischen Landes. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem besteht aus eineinhalb- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern in Form von unterschiedlich geprägten Doppel- und Einzelhäusern mit großen Gärten. Die Wodanstraße ist geprägt durch eine Vielzahl von Haustypen, die zwar alle dem Heimatstil städtischer Prägung folgen, sich aber durch z. T. expressionistische Elemente und Fachwerkgestaltungen sowie einer mancherorts bereits schlichten funktionellen Bauweise mit vorkragendem Dach voneinander unterscheiden. Das Haus Nr. 53 gehört zu einem weiteren eklektizistisch geprägten Haustyp dieser Straße, der durch das Mansarddach mit Dachgaupen sowie einer aufwendigen Türfassung und Türgestaltung barocke Gestaltungselemente aufgreift. Dank seines weitgehend unveränderten Erscheinungsbildes trägt obiges Gebäude zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der Göttersiedlung bei - jener Siedlung, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhausbaus im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt und deren Häuser als Zeitdokumente und Denkmäler unbedingt zu erhalten sind.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0