Siedlung "Göttersiedlung"
Wodanstraße 57 · Rath/Heumar
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7365 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Siedlung "Göttersiedlung" |
| Adresse | Wodanstraße 57, 51107 Köln |
| Baujahr | 1926 bis 1927 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 31.01.1995 |
| Stadtteil | Rath/Heumar |
1926/27 erbaut (inschriftlich am Treppengeländer des Eingangs), Architekten: Pasmann & Bonn; Teil der "Göttersiedlung"; Hälfte eines Doppelhauses aus zwei giebelständigen Bauten auf nahezu quadratischem Grundriß; 1 Geschoß und ausgebautes Satteldach; Putzfassaden mit Gliederungen in Anklängen an Heimatstil und Expressionismus, Betonung der Giebelspitze durch bekrönenden Aufsatz; 2 Achsen; Hauseingang in linker Achse mit abgeschrägtem Putzgewände, doppelläufige Freitreppe mit Brüstungsmauer und orignalem Metallgeländer mit eingearbeiteter Jahreszahl "1926", Haustür original (Verglasung verändert); Fensteröffnungen im EG querrechtekkig, im Dachgeschoß und Spitzboden rundbogig, Fenster erneuert, originale Klappläden, 2 den Eingang flankierende Kreisfenster original mit originalen Ziergittern. Seitenfassade: 3 kleine quadratische Fensteröffnungen, Fenster und Ziergitter erneuert; 1 kleines originales dreieckiges Dachfenster. Rückseite weitgehend verändert (Dreiecksgiebel anstelle des ehemaligen Schopfwalmdaches, Verkleidung des Dachgeschosses mit Steinplättchen, Fensteröffnungen vergrößert, Fenster erneuert, neue durch Balkon überdachte Terrasse). Im Inneren original erhalten: Grundrißgestaltung, Türen im Dachgeschoß, Holztreppe (Geländer aus Metall erneuert), Treppe zum Spitzboden mit Holzhandlauf. Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten (straßenseitig veränderte Einfriedung) sowie der als begrünte Freifläche zum Haustyp gehörige rückwärtige Garten in veränderter Gestaltung. Nicht Bestandteil ist die neuere seitliche Garage mit baulicher Anbindung ans Haus.
Das Haus Wodanstr. 57 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung", die zwischen 1920 und 1938/39 für Bewohner des Mittelstandes durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt an die Außenbezirke betrieb. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern in Form von unterschiedlich geprägten Doppel- und Einzelhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zur topographischen Lage am Rande des Bergischen Landes herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln. Die Wodanstraße gehört zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre, in dem das Doppelhaus dominiert, und ist gekennzeichnet durch einige verschiedene Haustypen, die teils expressionistische, häufiger barocke Elemente aufweisen. Etwa ab Straßenmitte an der Kreuzung Freyastraße setzt sich ein schlichter zweigeschossiger Haustyp durch. Das Doppelhaus Wodanstr. 57/59 gehört zu einem in der Siedlung nur zweimal vertretenen Doppelhaustyp, der sich durch Giebelständigkeit und hohe steile Satteldachform auszeichnet. Charakteristisch sind rundbogige Fensteröffnungen und eher schlichte expressionsistisch beeinflußte Zierformen in der Detailgestaltung wie beispielsweise die auffällige Giebelbekrönung. Dieser Haustyp besitzt städtebaulich besonders markante Bedeutung, da er innerhalb der Siedlungskonzeption bewußt als Akzent gesetzt worden ist. Mit Bezug auf die Freyastraße als mittlerer Eingangsachse zur Siedlung ist die Bebauung an der Wodanstraße spiegelsymmetrisch angelegt. Sie wird bezeichnet durch zwei an den Straßenecken gelegene Dreierhausgruppen (Nr. 41 - 45 und 47 - 51) und je eine anschließende Reihe von drei etwas weiter zurückgesetzten Doppelhäusern. Diese sind durch den herausragenden giebelständigen Haustyp in der Mitte (Nr. 33/35 und 57/59), flankiert vom barock beeinflußten Typ mit Walmdach, wiederum besonders betont. Innerhalb der als Gartenstadt angelegten Siedlung gehören zum Typus der Häuser als wesentliche Bestandteile auch die umgebenden begrünten Flächen, der Vorgarten und der rückwärtige Garten. Dank seines nahezu unveränderten Erscheiniungsbildes trägt das o. g. Objekt zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt, deren Häuser als Zeitdokumente und Denkmäler unbedingt zu erhalten sind.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0