Wohnhaus (ehem. Wohn- u. Geschäftshaus)

Utrechter Straße 5 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6403
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus (ehem. Wohn- u. Geschäftshaus)
Adresse Utrechter Straße 5, 50674 Köln
Baujahrum 1904 bis 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 03.02.1991
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut um 1904/05, 4 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit 2 neueren Gauben und Mittelgiebel, 3geschossiger Erker in der Mittelachse, Tordurchfahrt in der linken Achse, Putzfassade mit Stuckgliederungen im Stil des Historismus, Fenster teilweise original, originale "Mäusebleche" vor den Kellerfenstern, Haustür und Tor zur Durchfahrt verändert. Rückseite und kurzer seitlicher Anbau (nach Kriegszerstörung nur zum Teil wiederaufgebaut) weitgehend backsteinsichtig, neuere Balkone, Fenster teilweise original, Türen verändert. Im Innern original erhalten: im Vestibül Terrazzoboden mit Mosaikeinlagen, Putzquaderung in der Sockelzone; Stuck am Stützbogen; im Flur Terrazzoboden mit Mosaikeinlagen, Terrazzotreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten, Zwischenpodeste mit Mosaikeinlagen. Nicht Bestandteil des Denkmals sind das 1geschossige, an den seitlichen Anbau anschließende Gebäude mit Flachdach (Wohnung) sowie die weiteren 1geschossigen Gebäude im Hinterhof (größtenteils Garagen).

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße das sogenannte "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Die von der Moltkestraße bis zum Eisenbahndamm führende Utrechter Straße, vor der Stadterweiterung zusammen mit der Maastrichter Straße der Melatener Weg, wurde im wesentlichen um 1904/05 bebaut. Das in dieser Zeit errichtete Haus Nr. 5 gehört zu den letzten Zeugnissen der Erstbebauung, die sich an der Utrechter Straße in ihrem ursprünglichen Charakter erhalten haben. Gleichzeitig ist es integraler Bestandteil eines mit seinem etwas früher errichteten Nachbarhaus Nr. 7 gebildeten Ensembles. Ähnlich dem Nachbargebäude weist das o. g. Objekt bei der Fassadengestaltung durch den 3geschossigen Erker eine besondere Betonung der Mittelachse auf. Erfreulicherweise ist beim Haus Nr. 5 auch noch der geschweifte Mittelgiebel vorhanden. Mit seinen reichen Verzierungen, deren zentrales Motiv ein stilisierter Stuckkopf ist, bildet er gleichsam den Höhepunkt und Abschluß der abwechslungsreich im Stil des Historismus gestalteten Fassade. Das o. g. Gebäude, das die ursprüngliche Maßstäblichkeit der Bebauung und - als eines der letzten - das historische Erscheinungsbild an der Utrechter Straße bewahrt, wird somit, auch im Hinblick hierauf, zum unverzichtbaren Dokument für die Architekturentwicklung in der Kölner Neustadt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0