Wohnhaus
Utrechter Straße 7 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6736 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Utrechter Straße 7, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1902 bis 1903 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.02.1993 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Erbaut um 1902/03; 4 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit 4 Gauben, flache Wandvorlage mit davor gesetztem 3geschossigen Erker auf trapezförmigem Grundriß in der Mittelachse, Putzfassade mit Stuckgliederungen im Stil des Historismus, Fenster verändert, originale "Mäusebleche" vor den Kellerfenstern, Haustür verändert. Rückseite verputzt, Fenster teilweise original, Tür original. Im Innern original erhalten: im Vestibül farbiger Fliesenboden; Reste von Stuck am Stützbogen zwischen Vestibül und Flur; im Flur farbiger Fliesenboden, Differenzstufen, Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer (Streben teilweise durch Latten ersetzt) und Antrittspfosten. Nicht Bestandteil des Denkmals ist der rückwärtig anschließende 1geschossige Anbau (Unterstellplatz).
Das og. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher und Zülpicher Straße das sog. "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Die von der Moltkestraße bis zum Eisenbahndamm führende Utrechter Straße, vor der Stadterweiterung zusammen mit der Maastrichter Straße der Melatener Weg, wurde im wesentlichen um 1904/05 bebaut. Das etwas früher errichtete Haus Nr. 7 gehört zu den letzten Zeugnissen der Erstbebauung, die sich an der Utrechter Straße in ihrem ursprünglichen Charakter erhalten haben. Gleichzeitig ist es integraler Bestandteil eines mit seinem Nachbarhaus Nr. 5 gebildeten Ensembles. Ähnlich dem Nachbargebäude, weist das o. g. Objekt bei der Fassadengestaltung durch den 3geschossigen Erker eine starke Betonung der Mittelachse auf. Neben dem Traufgesims ist vor allem dieser Mittelerker reich mit Stuckdekor im Stil des Historismus versehen worden. Das o. g. Gebäude, das die ursprüngliche Maßstäblichkeit der Bebauung und - als eines der letzten - das historische Erscheinungsbild an der Utrechter Straße bewahrt, wird somit, auch im Hinblick hierauf, zum unverzichtbaren Dokument für die Architekturentwicklung in der Kölner Neustadt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0