Wohnhaus
Königsforststraße 100 · Brück
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6438 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Königsforststraße 100, 51109 Köln |
| Baujahr | um 1911 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.04.1992 |
| Stadtteil | Brück |
Um 1910 erbaut; Villa auf ursprünglich rechtwinkligem Grundriß, geschlämmtes Backsteinmauerwerk an der östlichen Giebelfront mit Zierankern, ab 1. OG Fachwerkfassaden (an der Nordseite vorkragend und auf Streben gestützt), tief heruntergezogenes spitzes Satteldach (Schleppgaube an der Südseite), an der Nordseite als Schopfwalmdach ausgeformt, Zwerchgiebel über dem im nördlichen Gebäudewinkel gelegenen Hauseingang, letzterer mit Überdachung auf zwei Werksteinsäulen, über Eck geführte Treppenstufen, an Südfront überdachter Freisitz mit Werkstein- bzw. Holzstützen, Terrasse. Haustür verändert, in Holzbalken eingefaßte Fenster, im OG mmit Sprossen, im EG verändert, teilweise mit Vergitterungen, neuere Fenstertüren und großes neueres Panoramafenster an der Rückseite.
Remise: nordwestlich des Wohnhauses direkt an der Königsforstsstraße gelegen, 1 Geschoß, Putzfassade (im östlichen Giebeldreieck verschiefert), Schopfwalmmansarddach (teilweise) verschiefert) Schleppgauben, straßenwärtig orig. Holztor mit Rundbogenabschluß, alte Sprossenfenster, neue Garageneinbauten
Nicht zum Denkmal gehört der Anbau an der Westseite des Hauses (1972).
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Anfang dieses Jahrhunderts entwickelte sich Brück von seiner ehemaligen Funktion als Vorspannplatz zu einem Wohnvorort der Stadt Köln. Um den landwirtschaftlich geprägten Dorfkern entstanden größere Wohnsiedlungen wie z. B. die Siedlung am Klausenberg oder die Siedlung "Handschaft". Auch an der parallel zur Olpener Straße verlaufenden Königsforststraße - dem ehemaligen hardtweg - setzte die Bebauung mit Ein- und Mehrfamilienhäusern am Ende der 20er Jahre verstärkt ein. Zu den ersten Häusern dieser Straße gehört die Villa Königsforststr. 100, die als Sommerwohnung eines Kölner Bürgers in unmittelbarer Nähe zum Königsforst um 1910 errichtet wurde. In Brück ist sie das einzige erhaltene Zeugnis einer zu Beginn des Jahrhunderts in vielen Kölner Vororten einsetzenden Villenbebauung und gehört infolgedessen zu den ortsgeschichtlich erhaltenswerten Denkmälern. Als besonders qualitätvolles Beispiel der Villenarchitektur im Heimatstil ist obiges Gebäude vor allem von baukünstlerischer Bedeutung. Dachwerk, welches einen Bezug zu der Dorfbebauung an der Olpener Straße herstellt, sowie tief heruntergezogene spitze Satteldächer und Sprossenfenster sind charakteristische Merkmale dieses Architekturstils, der auf ländliche Bauformen und -materialien der Umgebung zurückgreift und aher auf Zurückgezogenheit als auf Repräsentation abzielt. Durch Tannen verdeckt, liegt es denn auch abseits von der Straße in einem parkartigen Areal, dessen Größe die für diesen Stil charakteristische Einbettung in die Landschaft schafft. Als Solitärbau bildet obiges Gebäude zudem einen städtebaulichen Akzent am östlichen Ortsrand von Brück und wird auch in dieser Hinsicht zu einem unverzichtbaren Denkmal.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0