Wohn- u. Geschäftshaus (Haus Deutschland)

Offenbachplatz 3 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6443
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus (Haus Deutschland)
Adresse Offenbachplatz 3, 50667 Köln
Baujahr1960
Architekt / PlanungWilhelm Riphahn
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 02.04.1992
Stadtteil Altstadt/Nord

Erbaut 1960, Architekt Wilhelm Riphahn; Teil einer einheitlichen Blockbebauung; 5geschossiger flachgedeckter Riegelbau mit zurückgesetztem Dachgeschoß und davorliegender pergolaartig gestalteter Terrasse (teilweise mit nachträglicher Verglasung), zurückgesetztes Erdgeschoß, Balkone mit orig. Brüstungsgitter; Fassaden in den Obergeschossen - bis auf das verputzte Dachgeschoß - größtenteils mit gelber Klinkerverblendung (Konstruktionsbänder über dem Erdgeschoß und dem oberen Abschluß Beton und zum Teil verändert), Erdgeschoß vor allem in der Sockelzone und am Haupteingang mit Natursteinverkleidung; Schaufenster teilweise original, sonst Fenster mit den farbigen Brüstungsfeldern weitgehend in Anlehnung an den ursprünglichen Zustand erneuert, Ladentüren (teilweise mit davorbefindlichem farbigen Mosaikboden) und Haupteingangstür größtenteils original, Balkontüren in Anlehnung an den ursprünglichen Zustand erneuert. Rückseite mit Laubengang (DG) und 3geschossigem Anbau über der Durchfahrt zum Hof; Balkone mit originalem Brüstungsgitter; Fassaden weitgehend mit gelber Klinkerverblendung, EG teilweise verändert; vorgebaute Treppenhausverglasung mit den farbigen Brüstungsfeldern in Anlehnung an den ursprünglichen Zustand erneuert, sonst Fenster meistens verändert, Eingangssituation beim Anbau mit der Treppe (orig. Geländer) und der Tür sowie dem nebenliegenden Tor zur Durchfahrt original, sonst Türen verändert. Im Innern original erhalten: im Treppenhaus Bodenbelag mit Terrazzofliesen, Stahlbetontreppe mit Terrazzobelag, Metallgeländer (überzogen mit PVC) und Mipolamhandlauf, weitgehend Abschlußtüren mit der anschließenden Verglasung (zwischen Treppenhaus und den Fluren); in den Fluren größtenteils jeweils eine farbige Wandgraphik.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl Bauten

von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten oft im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet. Das o. g. Gebäude wurde 1960 nach Plänen von Wilhelm Riphahn als Appartement - und Geschäftshaus für die "Deutscher Herold Volks- und Lebensversicherungs AG" am Offenbachplatz errichtet. Dieser Innenstadtplatz ist in den 50er Jahren im Zuge der städtebaulichen Neuplanung unter Rudolf Schwarz ganz neu entstanden. Die im Osten von der Hauptverkehrsachse der Nord-Süd-Fahrt begrenzte Platzanlage, wurde als Teil eines damals zwischen Dom und Neumarkt projektierten Kulturviertels, zum Standort für das Opern- und das Schauspielhaus gewählt. Planung und Realisation dieser Großprojekte (1954-62) lag übrigens ebenfalls maßgeblich bei W. Riphahn. Das o. g. Objekt befindet sich direkt an der Nord-Süd-Fahrt und bildet den mittleren Riegel einer den Platz nach Osten hin abschließenden, als städtebauliche Einheit konzipierten Blockbebauung. Dabei hebt sich dieses breit gelagerte Appartementhaus durch seine streng vertikal gegliederte Fassade besonders hervor. Gelb verklinkerte Mauerstreifen wechseln mit durchgehenden Glasflächen, wobei die in einem Rotton gehaltenen Brüstungsfelder weitere Farbakzente setzen. Die hier vorgehängten Balkone verleihen der Fassade zusätzlich Plastizität. Durch die pergolaartige Gestaltung der Dachterrasse schließt das Gebäude auch hier bündig mit der Bauflucht ab, so daß sich insgesamt eine klar umrissene und geschlossene Kontur des Baukörpers ergibt. Das o. g. Objekt, dessen Fassade auch an der dem Dischhaus zugewandten Rückseite - vor allem durch eine weitgehende Klinkerverblendung und Balkone - durchgestaltet wurde, ist somit als besonders qualitätvoller Bau der Nachkriegsarchitektur unbedingt erhaltenswert. Auch als integraler Bestandteil dieses abwechslungsreich durchgeformten Baublocks (Glockengasse 1, Offenbachplatz 1-3), der den östlichen Abschluß des Offenbachplatzes bildet und mit der gegenüberliegenden Bebauung, vor allem mit dem baulichen Höhepunkt, dem bereits 1954-57 erbauten Opernhaus, korrespondiert, wird das o. g. Objekt zum unverzichtbaren Dokument dieses nach dem Krieg neu entstandenen, geschlossenen städtebaulichen Ensembles.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0