Büro- und Geschäftshaus

Glockengasse 1 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6436
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungBüro- und Geschäftshaus
Adresse Glockengasse 1, 50667 Köln
Baujahr1960 bis 1961
Architekt / PlanungWilhelm Riphahn
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 02.04.1992
Stadtteil Altstadt/Nord

Erbaut 1960/61, Architekt Wilhelm Riphahn; Eckhaus zum Offenbachplatz und Teil einer einheitlichen Blockbebauung (Glockengasse 1 und Offenbachplatz 1-3); 6geschosssiger flachgedeckter Baukörper mit zurückgesetztem Erdgeschoß an Offenbachplatz und Glockengasse, hier auch mit Kolonnaden; 5. Obergeschoß am Offenbachplatz zurückliegend und mit pergolaartig gestalteter Dachterrasse (durch nachträgliche Verglasung teilweise verändert), Fassaden weitgehend mit gelber Klinkerverblendung, am Offenbachplatz auch blaue Keramikfliesen in den Brüstungsfeldern der Fenster (ab dem 2. OG), hier auch Konstruktionsbänder über EG und am oberen Abschluß in Beton (gestrichen); im Haupteingangsbereich (Glockengasse) graphische Wandgestaltung mit farbigen Keramikfliesen; Fenster und Haupteingangstür weitgehend original. Rückseite weitgehend mit gelber Klinkerverblendung, in den Brüstungsfeldern der Fenster ab 2. OG blaue Keramikfliesen, EG teilweise verändert, Fenster weitgehend original. Im Innern original erhalten: im Treppenhaus Bodenbelag mit Fliesen, farbigem Kleinmosaik und Solnhofener Platten; Stahlbetontreppe mit Belag aus Solnhofener Platten, Metallgeländer und Mipolamhandlauf; Verkleidung der Wände weitgehend mit einfarbigen Fliesen, im EG auch graphische Gestaltung mit farbigen Wandfliesen sowie Holzverkleidung des Aufzugschachts, weitgehend Türen (Stahl-Glas- und Holztüren).

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche, und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten oft im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet. Das o.g. Gebäude wurde 1960/61 nach Plänen von Wilhelm Riphahn als Büro- und Geschäftshaus für die "Concordia Lebensversicherungs-AG" an der Glockengasse/Ecke Offenbachplatz errichtet. Der Offenbachplatz ist als wichtiger Innenstadtplatz in den 50er Jahren - im Zuge der städtebaulichen Neuplanung unter Rudolf Schwarz - ganz neu entstanden. Die im Osten von der Nord-Süd-Fahrt, einer wichtigen Hauptverkehrsachse, begrenzte Platzanlage wurde als Teil eines damals zwischen Dom und Neumarkt projektierten Kulturviertels zum Standort für das Opern- und das Schauspielhaus gewählt. Planung und Realisation dieser Großprojekte (1954-62) lag ebenfalls maßgeblich bei Wilhelm Riphahn. Unmittelbar an der Nord-Süd-Fahrt gelegen, bildet das o.g. Objekt den nördlichen Abschnitt einer den Offenbachplatz nach Osten hin abschließenden und als städtebauliche Einheit konzipierten Blockbebauung. Bei der äußeren Gestaltung zeichnet sich das o.g. Objekt an der Nord-Süd-Fahrt und an der Rückfront durch eine rasterförmige Strukturierung der mit gelben Klinker verblendeten Fassade aus, wobei hier in den Brüstungsfeldern blaue Keramikfliesen Farbakzente setzen. Der Baukörper ist an der Nord-Süd-Fahrt analog zum mittleren Riegel sowohl im Erd- als auch im Dachgeschoß zurückgesetzt worden. Auch die pergolaartige Ausbildung der Dachterrasse setzt den direkten Nachbarbau optisch fort und verleiht dem Baublock seine klar umrissene und geschlossene Kontur. Daß das Gebäude zur Glockengasse nur in seinem 6geschossigen Teil weitergeführt und darüberhinaus auf Stützen gestellt wurde, ergibt eine architektonisch interessante, kubisch verschachtelte Ecklösung. Das o.g. Objekt ist somit als besonders qualitätvoller Bau der Nachkriegsarchitektur und des für Köln bedeutenden Architekten W. Riphahn unbedingt erhaltenswert. Auch als integraler Bestandteil dieses abwechslungsreich durchgeformten Baublocks (Glockengasse 1, Offenbachplatz 1-3), der den östlichen Abschluß des Offenbachplatzes bildet und mit den gegenüberliegenden Gebäuden, vor allem mit dem baulichen Höhepunkt, dem bereits 1954-57 errichteten Opernhaus korrespondiert, wird das o.g. Objekt zum unverzichtbaren Dokument dieses nach dem Krieg neu entstandenen städtebaulichen Ensembles.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0