Wohnhaus

Merkenicher Straße 56 · Niehl

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6447
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Merkenicher Straße 56, 50735 Köln
Baujahrum 1885 bis 1895
Architekt / PlanungF.A. Breuhaus de Groot
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 02.04.1992
Stadtteil Niehl

Um 1890 erbaut. Ecke An der Maienkammer. 5 Achsen, 2 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß mit neueren Gauben; Giebelhaus mit Ziergiebel über dem Eingang zur ehemaligen Gaststube (2. Achse von rechts). Später ergänzte Putzfassade mit Stuckgliederungen (in der Art des Historismus in verschiedenen Stilrichtungen). Fenster teilweise original, Türen neueren Datums; Freitreppe zur ehemaligen Gaststube mit neuerem Marmorbelag, Geländer neueren Datums. Seiten und Rückfassade backsteinsichtig. Rückseitenfenster weitgehend original. Im Innern erhalten bzw. erhaltenswert: ornamentierte Bodenfliesen im Hausflur (beschädigt), im vorderen Flurbereich Profilleiste auf etwa halber Wandhöhe; runder Stützbogen (die Holztür mit Oberlicht wurde später ergänzt); Holztreppe, Holzgeländer mit gedrechselten Stäben und Antrittspfosten; Wohnungseingangstüren, zahlreiche Zimmertüren. Rechts anschließende Begrenzungsmauer mit neuerem Eisentor (Mauer mit späteren Ergänzungen). Nicht zum Denkmal gehören: die niedrigen rückwärtigen Anbauten.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche, und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Wie viele andere Vororte wurde das damals zur Bürgermeisterei Longerich gehörende Bauern- und Fischerdorf Niehl 1888 zu Köln hin eingemeindet. Die städtische Überformung Niehls begann in größerem Maße erst mit der Ausweitung des stadtkölnischen Gebiets und der Ansiedlung der Fordwerke. So wird der Vorort auch heute noch wesentlich durch die teils veränderte, teils im Originalzustand belassene ländliche Bebauung entlang ungeregelter Straßenführungen mit zahlreichen gassenartigen Durchlässen geprägt. Das o.g. Objekt ist ein wichtiger Bestandteil dieser Bebauung. Es wurde an der Merkenicher Straße im Eckbereich zu In der Maienkammer errichtet. Die Merkenicher Straße war ursprünglich die Hauptverkehrsstraße von Niehl nach Mülheim und Köln. Ihre Bebauung ist viel älter als die der Sebastianstraße. Das Gebäude stellt hier, in der Nachbarschaft einer kleinen Platzanlage, einen städtebaulich markanten Blickpunkt dar. In der optischen Aufwertung der ehemals wohl backsteinsichtigen Fassade, die um die Jahrhundertwende einen Putz mit sparsamen Stuckgliederungen erhielt, zeigt sich der beginnende Einfluß der stadtkölnischen Architektur auf die vorstädtische Bebauung. Zugleich wird dadurch auch der sich von dem Nachbarn absetzende Lebensstandard der damaligen Bewohner zum Ausdruck gebracht. Somit wird das Gebäude zu einem wichtigen Dokument für die städtebauliche und architektonische Entwicklung im Kölner Stadtteil Niehl.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0