Wohnhaus

Domstraße 70 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6476
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Domstraße 70, 50668 Köln
Baujahrum 1898
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 07.05.1992
Stadtteil Altstadt/Nord

Um 1898 erbaut, 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, 5 Achsen, Stuckfassade im Stil des Historismus. Haustür verändert, Fenster teilweise original. Im Innern original erhalten: im Flur ornamentierter Fliesenboden, hölzerne Treppenanlage mit Antritts- und Zwischenpfosten sowie gedrechselten Stäben, Wohnungseingangstür im 1. OG, zahlreiche Zimmertüren im 1. OG sowie vereinzelte Türen im 2. OG, im 1. OG viele Zimmer mit Deckenstuck. Rückseite: backsteinsichtig, Treppenhausfenster und Hoftür original.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Im Zuge der von Josef Stübben geplanten und ab 1881 durchgeführten Stadterweiterung von Köln wurden zahlreiche Straßen der Altstadt über die Wälle hinaus verlängert. Dies betrifft auch die Domstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet. Der Straßenzug entstand erst 1842, als der Botanische Garten des Jesuitenklosters zugunsten des Eisenbahngeländes geopfert wurde. Er führt von Norden genau auf den Dom zu. Während von der Erstbebauung des Neustadtteils nichts mehr erhalten blieb, tragen im Altstadtbereich noch verschiedene Bauten zur Veranschaulichung des historischen Straßenbildes bei, so auch das Haus Nr. 70, mit seiner strengen, vorwiegend im Stil des Historismus gegliederten Stuckfassade. Mit dem Nachbarhaus Nr. 68 und dem gegenüberliegenden Jugendstilhaus Nr. 77 bildet es im nördlichen Abschnitt der Domstraße ein kleines Ensemble, das durch flach profilierte und breit angelegte, 5achsige Fassaden geprägt ist. Letztere resultieren aus den Grundstückszuschnitten, die die sonst übliche Aufteilung in ein schmaleres Vorderhaus und einen rückwärtigen, seitlichen Anbau verhindern. Baukünstlerisch sind obiges und die übrigen Gebäude Beispiele für eine eher funktionelle Architektur in Form seriellen Reihenhausbaus mit sparsamem, gleichförmigen Stuckdekor, eine Bauweise, die den schnell steigenden Wohnraumbedarf am Ende des 19. Jahrhunderts dokumentiert. Das o. g. Gebäude wird somit zu einem unverzichtbaren Dokument der um die Jahrhundertwende errichteten Altstadtbebauung, die auch dem "mittelalterlichen" Köln mehr und mehr das Erscheinungsbild einer Großstadt verlieh.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0