Wohn- u. Geschäftshaus
Rothehausstraße 4 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6525 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Rothehausstraße 4, 50823 Köln |
| Baujahr | um 1890 bis 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 19.06.1992 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Um 1890/1900 erbaut. 3 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß. Stuckfassade mit Gliederungen im Stil von Gotik und Renaissance (teilweise geritzt). EG verändert, Fenster erneuert.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Der Vorort Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Die Rothehausstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, stellt eine der parallelen Verbindungsachsen zwischen Venloer- und Vogelsanger Straße dar. Sie wurde ab ca. 1870 unter dem Namen Franzstraße angelegt und gehört somit zu den ersten planmäßigen Straßenerschließungen Ehrenfelds. In dem vorwiegend aus spätklassizistischen Dreifensterhäusern bestehenden, noch in großen Teilen erhaltenen Straßenzug stellt das Gebäude einen wichtigen integralen Bestandteil dar. Es bildet ein Ensemble mit dem Nachbarhaus Nr. 2, von dem es sich jedoch mit seinen ebenso für den gesamten Straßenzug ungewöhnlichen, der Gotik entlehnten Dekorationselementen abhebt, die das erste Obergeschoß - und hier vor allem die Mittelachse - betonen. Mit dieser qualitätvollen Gestaltung gibt es Aufschluß über die damalige Stadtteilarchitektur, die bereits kurz nach der Eingemeindung Einflüsse der Kölner Innenstadtarchitektur aufnimmt. Die Betonung der Mittelachse und die dekorative Bereicherung des ersten Obergeschosses, also der Beletage, sind außerdem Hinweise auf den Einfluß der gehobeneren Bauweise und somit auch auf die wachsenden Ansprüche der Bewohner des neuen Stadtteils. Als Beleg für die sozialgeschichtliche Entwicklung Ehrenfelds sowie als Hinweis auf seine im späten 19. Jahrhundert errichtete Wohnbebauung und ihre stadtteilspezifische Ausprägung wird das o. g. Objekt daher zu einem unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0