Verwaltungsgebäude
Maria-Ablaß-Platz 15 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6535 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Verwaltungsgebäude |
| Adresse | Maria-Ablaß-Platz 15, 50668 Köln |
| Baujahr | 1950 bis 1952 |
| Architekt / Planung | Wilhelm Riphahn, Paul Doetsc |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 19.06.1992 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
1950-52 erbaut; Architekten Wilhelm Riphahn und Paul Doetsch. 4-6-geschossige Mehrflügelanlage mit Rasterfassaden sowie Flachdach mit allseitig auskragender Dachplatte, zum Maria-Ablaß-Platz Eingangsfassade mit Sichtbetongliederungen und zurückgesetztem EG; zum Eingang führende Differenzstufen, orig. Deckenleuchten, Eingangswand mit Marmorverkleidung, Eingang verändert (war ursprünglich Drehtür). Rückseite mit orig. Treppenhausfenstern, mit orig. Eisengeländer (ansonsten Fenster erneuert). Im Innern erhaltenswert: in der Halle Boden und Differenzstufen mit Solnhofener Kalkschiefer, schmiedeeisernes Geländer und Messinghandlauf. (Deckenverkleidung und Rezeption sind neueren Datums und gehören somit nicht zum Denkmal.) Haupttreppe mit Stufen aus Solnhofener Kalkschiefer, schmiedeeisernes Geländer mit Messinghandlauf; im Treppenauge markanter Leuchter mit Leuchtstoffröhren. Seitentreppenhäuser ebenfalls mit Fliesen und Stufen aus Solnhofener Kalkschiefer, Geländer weitgehend gemauert, mit aufgeständertem Messinghandlauf. Paternoster. Nicht zum Denkmal gehören: Die vom Erscheinungsbild abweichende Aufstockung im Kantinen- und Küchenbereich, die in den 60er Jahren erfolgte Aufstockung am zum "Hunnenrücken" weisenden Gebäudeteil (Staffelgeschoß), die später ergänzten niedrigeren Anbauten im Hofbereich sowie der 1988/89 an der Kardinal-Frings-Straße errichtete, sich in seiner Gestaltung dem Gebäude (Rasterfassade) und dem benachbarten Maternushaus (Klinker) anpassende Erweiterungsbau.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Die 50er Jahre, die frühe Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges, rücken als inzwischen abgeschlossene Architekturepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt gerade Köln über eine Anzahl Bauten oder Baukomplexe von hoher baukünstlerischer Qualität, zu denen auch das nach Entwürfen des Architekten Wilhelm Riphahn und unter Mitarbeit von Paul Doetsch errichtete o.g. Objekt gezählt werden muß. Der ursprünglich für ein Versicherungsunternehmen errichtete Verwaltungsbau zeichnet sich durch eine geschickte Staffelung unterschiedlich hoher Baukörper, durch eine klare Rasterung der Fassaden und durch das gelungene Herausbilden einer zu dem sonst offenen Skelettbau kontrastierenden, turmartig wirkenden fensterlosen Stirnwand mit Sichtbetonfläche als städtebaulicher Blickfang und Abschluß des Maria-Ablaß-Platzes aus. Für diese durch Kanneluren streng gegliederte Fläche verwendete man eine eigens für diesen Bau entwickelte Art von Beton, der durch Zuschlag von feinkörnigen gemahlenen Natursteinen (und in einer Stahlschalung gegossen) völlig glatt erscheint und keiner weiteren Oberflächenverkleidung mehr bedarf - ein Verfahren, das in Fachkreisen auf reges Interesse stieß. Es diente nicht nur der Kostenersparnis, sondern spiegelt auch die Intention der Architekten wider, deren Auftrag es war, einen reinen Zweckbau zu errichten, der innen wie außen Zweckmäßigkeit ausstrahlt. Als wertvolle Bereicherung des Kölner Stadtbildes sowie als wichtiges Beispiel für die Tätigkeit eines bestimmten Architektenbüros wird das o.g. Gebäude daher zu einem unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0