Wohnhaus

Bergisch Gladbacher Straße 73 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6579
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Bergisch Gladbacher Straße 73, 51065 Köln
Baujahr1906
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.07.1992
Stadtteil Mülheim

1906 erbaut; 4 Geschosse, 3 Achsen, Putzfassade mit Stuckgliederungen im Jugendstil, Tordurchfahrt in der östlichen Achse mit originalem 2flügeligem Eisentor. Fenster und Haustür verändert (Rahmen und Kämpfer der Haustür original). Im Innern original erhalten: im Vestibül ornamentierte Wandfliesen, im Flur mehrfarbiger ornamentierter Fliesenboden sowie sparsamer Deckenstuck, hölzerne Treppenanlage mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten, ehemalige Abort- und Spindtüren, 1 Wohnungseingangstür sowie zahlreiche Türrahmen. Rückseite: backsteinsichtig, seitlicher 3geschossiger Anbau. Nicht zum Denkmal gehören der rückwärtige 2geschossige Anbau (ehem. Pferdestall, jetzt Wohnraum) und die Garage im hinteren Bereich des Grundstücks.

Mülheim, bis 1914 selbständige Stadt, hatte sich im 19. Jahrhundert von einer Gewerbestadt zu einem industriellen Vorort Kölns entwickelt. Als Folge dieser Industrialisierung erlebte Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung und einen Bevölkerungszuwachs, der zu einer schnellen Bebauung des bis dahin freien Geländes entlang der Hauptstraßen und in der Nähe neuer Fabrikanlagen führte. Die Bergisch Gladbacher Straße, als verkehrsreiche Ausfallstraße vom Clevischen Ring in Richtung Bergisch Gladbach verlaufend, war 1882 als Alleestraße ausgebaut worden. Im Abschnitt zwischen dem evangelischen Friedhof und Bahndamm wird sie noch heute durch zahlreiche Wohnhäuser der Mülheimer Stadterweiterung geprägt, unter denen obiges Wohnhaus mit seinen Nachbarbauten Nr. 75 u. 77 am westlichen Ende des Ensembles eine kleine Gruppe von erhaltenswerten Jugendstilgebäuden bildet. Obwohl nicht wie diese mit Erker oder Ziergiebel versehen, besticht es durch seine achsensymmetrische, regelmäßig gegliederte Putzfassade mit großen barockisierenden Kartuschen und stilisierten Wappenfeldern. Die durch den Fugenschnitt bewirkte horizontale Ausrichtung der Fassade wird zum einen durch die senkrecht verlaufende Fensterrahmung in der Mittelachse und zum anderen durch vertikale, die drei Stockwerke zusammenfassende Putzbänder gemildert. Ein belebendes Motiv stellen hierbei die unterschiedlich gemusterten Putzfelder dar. Das originale zweiflügelige Hoftor und die schmuckreiche Ausstattung des Vestibüls sind weitere Bestandteile des zu erhaltenden Denkmals, das anhand seines ungewöhnlich langgestreckten rückwärtigen Anbaus den Wohnraumbedarf der damals aufstrebenden Stadt Mülheim dokumentiert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0