Pfarrgebäude (ehem. Mütterschule)

Arnold-von-Siegen-Straße 7 · Altstadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6593
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungPfarrgebäude (ehem. Mütterschule)
Adresse Arnold-von-Siegen-Straße 7, 50678 Köln
Baujahr1960 bis 1961
Architekt / PlanungKarl Band
Eigentumkirchliches Eigentum
Eingetragen seit 19.08.1992
Stadtteil Altstadt/Süd

Erbaut 1960/61, Architekt Karl Band, Eckhaus zur Spielmannsgasse und Teil einer einheitlich konzipierten Bebauung um St. Johann Baptist und die Elendskirche St. Gregor; 2 Geschosse, Souterrain, Satteldach, je ein Balkon an der Arnold-von-Siegen-Straße und der Spielmannsgasse (mit teilweise originaler Brüstung), Backsteinfassaden mit Sichtbetonelementen und Putzfeldern (an der Arnold-von-Siegen-Straße), Fenster verändert, Haustür original. Rückseite in Backstein und mit Sichtbetonelementen sowie Putzfeldern; Treppenhausfenster mit der farbigen, künstlerisch gestalteten Bleiverglasung original, sonst Fenster verändert, Tür original. Im Innern original erhalten: in der Eingangshalle Kunststeinfliesenboden, Abschlußtüren; im Treppenhaus Kunststeinfliesenboden (auch auf den Zwischenpodesten), Treppe mit rotem Terrazzobelag, Metall- und Holzgeländer; Natursteintafel mit der Bezeichnung "A. D. 1960" an der Wand, Heizungsverkleidung mit Terrazzo und Holz, weitgehend Türen.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche, und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges, geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. In dieser Zeit erlebte auch die kirchliche Bautätigkeit einen bemerkenswerten Aufschwung. Dabei erreichten gerade auch die vom Erzbistum Köln in Auftrag gegebenen Bauwerke, die oft durch bedeutende Architekten geplant und realisiert wurden, einen ausgesprochen hohen Standard. Das o. g. Objekt wurde 1960/61 durch den renommierten Kirchenbau-Architekten Karl Band als Kath. Mütterschule errichtet. Es ist integraler Bestandteil einer hauptsächlich nach Plänen desselben Architekten einheitlich konzipierten Gruppe von Gemeindebauten, die - entlang der Straßenzüge Spielmannsgasse, Arnold-von-Siegen-Straße und An St. Katharinen - zwischen St. Johann Baptist und der Elendskirche St. Gregor ausgeführt wurden. Die 2 - 3geschossigen Gebäude mit Satteldach, bei denen im Anschlußbereich an St. Johann Baptist auch Reste historischer Bausubstanz einbezogen wurden, weisen insgesamt Backsteinfassaden, unterbrochen durch Sichtbetonelemente an den Fenstern, auf. Dabei ist beim o. g. Objekt die Hauptfassade an der Arnold-von-Siegen-Straße im linken Teil durch Putzfelder und einen Balkon aufgelockert worden. Der vorwiegend verwendete Backstein stellt sowohl den Bezug zum barocken Backsteinbau der Elendskirche, als auch zum 1960 bis 1963 - ebenfalls durch Band - erfolgten Wiederaufbau von St. Johann Baptist her. Das o. g. Objekt, in dem heute die Familienbildungsstätte "An St. Katharinen" untergebracht ist, wird somit, im Ensemble mit den weiteren hier gelegenen denkmalwerten Gebäuden, zum unverzichtbaren Dokument. Auch im Hinblick auf die gelungene Neugestaltung der Umgebung von St. Johann Baptist und St. Gregor durch den bedeutenden Architekten Band ist obiges Gebäude unbedingt erhaltenswert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0