Wohnhaus
Limburger Straße 31 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6599 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Limburger Straße 31, 50672 Köln |
| Baujahr | 1883 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 19.08.1992 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
1883 erbaut (inschr. dat.), 3 Geschosse, 3 Achsen, orig. ausgebautes Mansarddach mit 2 orig. Gaupen (Ochsenaugen) sowie Ziergiebel (mit orig. schmiedeeiserner Wetterfahne) in der Mittelachse, Betonung der Mittelachse auch durch Wandvorlage (ab 1. OG) und Balkon auf gerundetem Grundriß (mit orig. Balustrade) im 1. OG, Stuck- und Backsteinfassade mit Gliederungen in Anklängen an Renaissance und Barock, Fenster und Balkontür verändert, linkes Kellerfenster mit orig. schmiedeeisernem Gitter, portalartig ausgebildete Eingangssituation mit der Treppe, dem orig. schmiedeeisernem Schuhabstreifer und der Haustür weitgehend original. Rückseite und etwas niedrigerer seitlicher Anbau weitgehend backsteinsichtig, Fenster weitgehend verändert, Tür original. Im Innern original erhalten: im Vestibül aufwendig gestaltete farbige Bleiverglasung an der Innenseite der Haustür, weitgehend Putzquaderung der Wand in der Sockelzone, reicher Stuck am Stützbogen; im Flur Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten. Bestandteil des Denkmals ist auch die rückwärtige Einfriedungsmauer aus Backstein (teilweise verändert).
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher und Zülpicher Straße das sog. "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Die den Hohenzollernring mit dem Friesenplatz verbindende Limburger Straße wurde im wesentlichen 1883/85 bebaut. Das 1883 errichtete Haus Nr. 31, das zu den ältesten Zeugnissen der Neustadt-Bebauung gehört, ist integraler Bestandteil des in Teilen noch erhaltenen Straßenzuges. Es hebt sich dabei durch seine besonders prachtvoll und aufwendig gestaltete Stuck- und Backsteinfassade mit Gliederungen in Anklängen an Renaissance und Barock besonders hervor. Durch den Rundbalken im 1. Obergeschoß, ehemals die Beletage, und die von Pilastern gerahmte Wandvorlage mit dem geschweiften Ziergiebel als oberem Abschluß, wird das Gebäude in seiner Mittelachse stärker akzentuiert. Das originale Mansarddach weist darüber hinaus zwei der Formensprache des Barocks entstammende Ochsenaugen auf. Auch die schöne farbige Bleiverglasung der Haustür erlaubt noch heute Rückschlüsse auf die gehobenen Ansprüche der einstigen Bewohner. Das o. g. Objekt, welches das für Köln typische Dreifensterhaus variiert, ist somit unbedingt erhaltenswert. Auch im Hinblick auf das bestehende Ensemble ist obiges Gebäude ein unverzichtbares Dokument, das den ursprünglichen Charakter der Straße und des Viertels bewahrt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0